VOIGTLÄNDER VITO & VITOMATIC KAMERAS

 

Diese Darstellung gliedert sich in 3 Teile: 
1. Die Vorläufer, hier 
2. Die
Vitomatic-Modelle hier
3. Die Bedienung der Vitomatic IIa

 

Die Voigtländer Vitomatic-Modelle

Aus der Vito B mit großem Sucherfenster hat Voigtländer einerseits die späteren Modelle dieser Baureihe Vito BL und Vito BR, andererseits die von 1957 bis 1961 lieferbare Vitomatic I entwickelt. 

Bei praktisch gleicher Gehäuseform erhielt die Vitomatic I gegenüber der Vito BL einen mit dem Verschluss gekuppelten Belichtungsmesser. Die Messung erfolgt mittels eines auf der Gehäuseoberseite angebrachten Fensters, in dem der Zeiger des Belichtungsmessers durch Verstellung des "Nachführringes" (nach Vorwahl der Filmempfindlichkeit) auf eine Marke eingestellt wird. Dadurch wird die richtige Belichtung fixiert und jeder Blendenzahl steht die passende Verschlusszeit gegenüber. "Somit kann sozusagen automatisch die Belichtungsmessung über den Verschluss ausgeführt werden.", heißt es dazu 1958. 

Ansonsten unterscheidet sie sich nur in Kleinigkeiten. Hat die Vito BL das Bildzählwerk oberhalb des Objektivs eingebaut, findet es sich bei der Vitomatic-Modellen im Kameraboden (bei beiden Varianten ist die manuelle Einstellung des Zählwerks bei Filmwechsel nötig, die heute übliche automatische Umschaltung beim Öffnen des Kamera-Rückteils war damals noch nicht erfunden, zumindest nicht bei Voigtländer). Allen Modellen ist gemeinsam die seitlich aufklappbare Rückwand für einfachen Wechsel des Films. Zu diesem Zweck ist auch ein Teil der Bodenplatte aufklappbar, damit die Filmpatrone leichter eingelegt werden kann.

Bei der ab 1961 ausgelieferten Vitomatic Ia ist die Belichtungsanzeige im Sucher eingespiegelt, was die Bedienung bedeutend erleichtert. 


Vitomatic Ia

Die von 1965 und 1966 erzeugte Vitomatic Ib unterscheidet sich durch eine geringfügig andere Form: der Auslöser sitzt rechts neben dem Objektiv auf der Vorderseite des Gehäuses und ist als länglicher Schieber ausgebildet. Belichtungsmesser, Entfernungsmesser und Sucher sitzen in einem fast über die ganze Vorderseite laufenden Rahmen. Der Schriftzug Vitomatic Ib ist in die Oberseite dieses Rahmens mittig eingeprägt. 

Bei der ab 1967 bis 1969 lieferbaren Vitomatic I CS wurde die Selenzelle durch eine CdS-Zelle ersetzt.

Gleichzeitig mit der Vitomatic I war 1958 von Voigtländer auch die Vitomatic II mit Belichtungsmesser und Entfernungsmesser. 

Entsprechend der Weiterentwicklung der Modelle ohne Entfernungsmessung wurde die Kamera von 1960 bis 1963 mit eingespiegelter Nadel des Belichtungsmessers als Vitomatic IIa angeboten. Von 1964-1966 war entsprechend der Vitomatic Ib als Vitomatic IIb lieferbar. Mit CdS-Zelle heißt die Kamera Vitomatic II CS.


Vitomatic IIb mit Color-Skopar 2,8/50mm

  Als wäre das alles nicht genug der Modellvielfalt, war ab 1964 auch die Vitomatic IIIa lieferbar, wie die IIa, aber ohne Einspiegelung der Nadel des Belichtungsmessers. Der IIIa folgte kurz danach die IIIb, die wiederum durch die Vitomatic III CS ersetzt wurde. IIIb und III CS wurden auch mit Ultron 2/50mm geliefert. Dieses Objektiv gibt es im übrigen auch zur IIa, nicht aber zur IIb und zur II CS.

 
Vitomatic IIIa mit Ultron 2/50 mm

Wollen Sie sich eine Vitomatic kaufen oder sammeln Sie Vitomatics, sind Sie nach meiner bescheidenen Meinung am besten mit einer Vitomatic IIa mit Ultron 2/50mm beraten. Das Ultron ist ein auch nach heutigen Maßstäben ausgezeichnetes Objektiv und die Kamera mit Ultron ist viel seltener als die Version mit Color-Skopar 2,8/50mm. Leider ist die Vitomatic IIa mit dem Ultron auch die teuerste Variante im Gebrauchthandel. Finden Sie kein Exemplar mit Ultron oder ist Ihnen die Kamera zu teuer, auch eine Vitomatic IIa mit Color-Skopar ist eine gute Wahl - und billiger auch noch.

Ein Rückblick auf die weniger berühmten Verwandten
von Vito und Vitomatic:

   

Neben den verschiedenen Modellen der Vito und den Modellen der Vitomatic-Reihe für den (relativ) betuchten Käufer erzeugte Voigtländer mit großem Erfolg auch eine billigere Ausgabe in Form der Modellreihe Vitoret. Von den zahlreichen Modellen und Modellvarianten wurden insgesamt von 1961 bis 1967 um die 700.000 Stück hergestellt. Darunter finden sich auch Modelle wie die Vitoret DR mit gekuppeltem Entfernungsmesser und mit Belichtungsmesser, aber leider mit Color-Lanthar 2,8/50mm, oder die Vitoret R, nur mit Entfernungsmesser, dafür aber mit Color-Skopar 2,8/50mm. Infolge der großen Stückzahlen ist die Vitoret kein Sammelobjekt. Allerdings ist die Vitoret-Reihe im Handel mangels Nachfrage preiswert erhältlich und kostet auch in schönem Zustand jedenfalls unter 30 Euro. Ob man sich aber wirklich eine Vitoret kaufen soll, möchte ich dennoch bezweifeln. Sie ist kein Sammelobjekt und das Lanthar 3,5/50 mm zur Vito und Vitoret ist kein Objektiv, dessen Leistungen im positiven Sinn erwähnenswert sind.

Und zum Schluss:


Voigtländer Braunschweig ist schon lange nicht mehr. Rollei kaufte den Namen und erzeugte eine Zeit lang eigene Kameras unter dem Namen Voigtländer, bis auch Rollei "restrukturierte" und den Markennamen etc. verkaufte. Was heute Voigtländer heißt und Objektive mit Namen wie Ultron, Nokton, Heliar etc. führt, hat mit den Voigtländer-Kameras der 60er- und 70er-Jahre nichts mehr gemeinsam - außer dem Namen. 
   

Eigentlich schade. 

Hinweis:

Die Abbildungen der Sucherkameras sind größtenteils zugunsten des Leicashops in Wien urheberrechtlich geschützt. Ich möchte mich für die freundliche Genehmigung der Verwendung auf dieser Seite ausdrücklich bedanken.

 

 

2. Teil: die Voigtländer Vitomatic  3. Teil: Bedienung

 

 

© PETER LAUSCH/2004
Geändert am 8. März 2005

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