Hinweis: Meine Reisetipps befolgen Sie auf eigene Gefahr. Für ihre Richtigkeit und Zweckmäßigkeit übernehme ich keine Haftung - nicht alles ist zum Nennwert zu nehmen.
Mit dem Weiterlesen nehmen Sie dies zur Kenntnis.

 
 

Straßen und Straßenverkehr in Irland

Grundsätzlich:

Immer mehr Urlauber fahren mit dem eigenen Wagen nach Irland; dank der niedrigen Flugtarife mieten sich auch immer mehr Urlauber in Irland einen PKW; beide Gruppen stürzen sich sodann in den irischen Straßenverkehr.

Lassen Sie sich daher von mir einige Tipps geben, damit Sie einen solchen Urlaub unbeschadet überstehen und auch ihr Auto wieder ganz und heil zurückbringen bzw. dem Vermieter zurückgeben können.  

 

Das Wichtigste zuerst:

In Irland gibt es zwei voneinander völlig verschiedene Verkehrsvorschriften:

  • die offiziellen, gesetzlich normierten, ordnungsgemäß kundgemachten Regelungen über das Verhalten im Straßenverkehr. Diese Vorschriften entsprechen bis auf geringfügige national bedingte Unterschiede den bei uns in Deutschland, Österreich und der Schweiz geltenden Regeln und sind auf Ausländer voll anwendbar.

  • die anderen, inoffiziellen. Sie sind ausschließlich für irische Autolenkerinnen und Autolenker gültig.

  • Für Ausländer ist die Kenntnis beider Regelungsbereiche überlebensnotwendig.

 

Irische Straßen

Irland ist Jahrhunderte lang dank entsprechender Bemühungen der britischen Regierung ein wirtschaftlich zurückgebliebenes Land gewesen. Seit einiger Zeit geht es zwar wirtschaftlich bedeutend aufwärts, aber einige grundlegende Schwachstellen sind immer noch vorhanden.

1.
Im Naturzustand ist jede Straße in Irland ein <Boreen>, nämlich ein Wanderweg für Kühe. Schafe sind zwar viel häufiger, aber sie brauchen keine Wanderwege – sie klettern ohnehin über die Zäune und Mauern von Wiese zu Wiese.

Manchmal begegnen sich bei ihren Wanderungen zwei Kühe. Damit sie einander bequem ausweichen können, sind die Wege so breit wie 2 trächtige Kühe. Das ist praktisch, denn das entspricht in etwa der Breite eines Kleinwagens. Den Kühen macht es nichts aus, dass ihre Wege schlammbedeckt und sozusagen grundlos sind, den Autofahrern schon – außer sie haben ein so genanntes SUV, was nicht alle Iren besitzen.

Daher hat die irische Regierung mit finanzieller Hilfe der EU (insbes. Deutschlands und Österreichs als den größten Nettozahlern) schon vor etlichen Jahren begonnen, die meisten Boreens mit einer dünnen Schotterschicht zu bestreuen. Anschließend wird der Schotter von Hand aus (schließlich gibt es in Irland viele  Arbeitslose) mit Teer beschmiert. Danach wird händisch eine ebenfalls dünne Schicht scharfkantiger kleiner Granitsplitter mit dem schönen Namen <Chippings> auf den Teer geschüttet. Sodann wird die Straße für den Verkehr freigegeben. Ein Teil der losen Chippings wird daraufhin durch die Reifen der darüber rollenden Autos in die Unterlage eingepresst – dieses Endstadium der Bauarbeiten wird durch das Gefahrenzeichen <Loose Chippings> angezeigt. Die nicht in den Teer eingepressten Chippings werden von den Reifen der Autos hochgeschleudert und landen vorzugsweise auf den Windschutzscheiben nachfolgender Kraftfahrzeuge. Dort beenden sie häufig die Lebensdauer der Scheiben.

Damit Kühe und andere Benützer solcher Boreens nicht vom rechten Weg abkommen, bauen irische Bauern rechts und links der Boreens aus den auf den Feldern ohnehin nutzlos umherliegenden Steinen 1 bis 2 Meter hohe Mauern. Sollten die Steine ausnahmsweise fehlen, werden Hecken gepflanzt, die denselben Zweck erfüllen.

Die wenigsten Boreens sind Einbahnstraßen, obgleich sie alle nicht viel breiter  als ein PKW sind. Der Autofahrer muss daher immer und überall mit Gegenverkehr rechnen, sei es mit entgegenkommenden Kühen, die mit den – offiziellen und inoffiziellen – Verkehrsregeln nicht vertraut sind, sei es mit entgegenkommenden PKWs und überbreiten LKWs und Traktoren.

Nur selten werden Boreens so schmal, dass man mit dem PKW zwischen den Mauern bzw. Hecken nicht mehr durchkommt. In diesem Fall ist man bei der letzten Kreuzung falsch abgebogen – siehe den nachfolgenden Hinweis: Verkehrszeichen in Irland.

Kommt einem ein Fahrzeug entgegen, heißt es bremsen und möglichst knapp an das linke Mäuerchen bzw. die Hecke heranfahren, damit man am anderen Fahrzeug vorbeikommt. Sollte dabei ein Knirschen oder Kratzen auf der linken Fahrzeugseite zu hören sein, ist der Minimalabstand zu Mauer oder Hecke nicht eingehalten worden. Das kommt teuer, die Stundenlöhne der Mechaniker sind hoch. Beim nächsten Mal daher besser aufpassen.

Sollte das Knirschen oder Kratzen indessen von rechts kommen, ist der Boreen einfach zu schmal gewesen. In diesem Fall hilft nur, sich durch beherztes Gasgeben vom anderen Fahrzeug zu trennen.  Zur Vermeidung unnötigen Ärgers wird empfohlen, dass sich die beteiligten KFZ-Lenker vorher über die beabsichtigte Maßnahme absprechen.  

Ist es jedoch nicht möglich, aneinander vorbeizukommen, hilft nur, dass der im Nachrang befindlichen Lenker mit dem Auto solange rückwärts fährt, bis der Boreen bei einem Kuhgatter etc. breiter wird. Nachrang hat übrigens immer der Lenker des kleineren Autos (inoffizielle Regel, die auch für Ausländer gilt!

Kühe hingegen haben immer Vorrang. Kommt einem eine Kuh entgegen, ist es angezeigt, rechtzeitig die Seitenscheiben hochzukurbeln, damit sie den Kopf nicht ins Auto stecken kann. Nicht jeder empfindet es als angenehm, von einer neugierigen Kuh mit nasser Zunge abgeschleckt zu werden.

2.
Mit Chippings bestreute Boreens heißen neuerdings Regional Roads, z. B. R745. Früher hießen solche Boreens Link Roads. Inzwischen sind wohl alle Verkehrszeichen ausgetauscht worden, doch spielt es keine Rolle, ob sie auf der R745 oder der L745 fahren, der Straßenzustand ist immer derselbe. 

Durchgangsstraßen heißen heutzutage National Roads, früher Trunk Roads. Auch hier gilt, ob N-Road oder T-Road ist nicht wichtig, wichtig ist ausschließlich die nachfolgende Nummer, zB N69. Ändert sich die angezeigte Nummer unversehens, sind Sie falsch abgebogen. Solche Durchgangsstraßen unterscheiden sich meist, aber durchaus nicht immer, durch die Breite von den gewöhnlichen Boreens, keinesfalls aber durch die Qualität des Straßenbelags. Alle Boreens und Straßen sind daher in der Sprache der Einheimischen <bumpy roads>. Frei übersetzt, auf praktisch allen Straßen Irlands beutelt es einem die Seele aus dem Leib.

3.
Mit EU-Geld (siehe oben) werden in den letzten Jahren quer durch Irland Motorways gebaut. Sie entsprechen in ihrer Breite dem, was man hierzulande als einigermaßen gut ausgebaute Landstraße bezeichnet. Mäuerchen und Hecken unmittelbar am Straßenrand fehlen. Damit man nicht zu schnell fährt, gibt es alle 500 Meter einen Kreisverkehr. Motorways enden immer schon nach einigen Kilometern und verwandeln sich in Boreens – siehe unter 1. Außerdem werden regelmäßig Traktoren auf die Motorways bugsiert, vor allem auf geraden Strecken, um lebensgefährliche Überholvorgänge möglichst zu verhindern.

4.
Ebenfalls mit EU-Geld finanziert, gibt es auch Dual Carriageways. Sie ähneln einer vierspurigen Schnellstraße mit Kreuzungen, seit der Keltische Tiger brüllte, gelegentlich auch einer Art Spar-Autobahn ohne Kreuzungen. Ihr Straßenbelag ist, da neu, noch gut. In 10 Jahren reden wir - bei anhaltender mieser Wirtschaftslage - nochmals darüber.

Manche sind kostenpflichtig und daher teuer in der Benutzung. 

Außer von Autos werden sie von Passanten zu Fuß, mit dem Fahrrad und auf Pferden, sowie ferner von Kühen, Schafen, Katzen und Hunden benützt. Links von den beiden Fahrstreifen in jeder Richtung (daher: dual)  findet sich ein Pannenstreifen. Dieser ist mit allerlei Schutt, Müll, vor allem aber mit Glasscherben bedeckt und weist in unregelmäßigen Abständen tiefe Schlaglöcher auf.  

Auf diesen Pannenstreifen hält man nicht bei Pannen an, sie heißen daher auch nicht so, sondern <hard shoulder>. Auf ihnen parkt man sein Auto, sofern man neben der Straße wohnt oder einen Pub etc. besucht, ein dringendes Bedürfnis verspürt, etc.

Zwischen beiden Fahrtstreifen in jeder Fahrtrichtung befindet sich eine  Leitlinie. Irischen Autofahrern ist es immer - nicht nur bei Nebel - erlaubt, genau auf dieser Leitlinie zu fahren – deshalb heißt sie ja Leitlinie. Nur Ausländer fahren auf dem linken Fahrstreifen und überholen rechts – in Irland herrscht für Ausländer Linksverkehr. Deshalb werden neuerdings solche Straßen mit Fahrbahnteilern versehen. Das wirkt einigermaßen.

Iren sind ein gläubiges Volk. Sie sind außerdem ein höfliches Volk. Werden irische Autofahrer ausnahmsweise, denn es ist vielfach lebensgefährlich, überholt, weichen sie – gelegentlich – auf einen allenfalls vorhandenen Pannenstreifen aus. Das erspart dem Überholenden den Wechsel auf die Gegenfahrbahn. Solcherart beweisen die Überholten ihr Vertrauen in die Güte Gottes, der ihnen eine Reifenpanne infolge einer Schraube, eines Nagels oder einer Glasscherbe auf dem Pannenstreifen ersparen wird. Das Vertrauen ist nicht immer gerechtfertigt, leider.

Hat man glücklich überholt, bedankt man sich beim Überholten durch Betätigung der Warnblinkanlage. Ist er indessen nicht auf den Pannenstreifen ausgewichen, zeigt man ihm beim Überholen deutlich sichtbar die geballte Faust, damit er weiß, was man von ihm hält. Vorher sollte man sich vergewissern, dass man mehr Muskeln besitzt als der Überholte. Iren können auch zornig werden.

Verkehrszeichen und Wegweiser auf irischen Straßen

Die Verkehrszeichen entsprechen mit geringen, leicht erkennbaren Abweichungen im Wesentlichen den bei uns üblichen. An die Abweichungen gewöhnt man sich rasch. Wer ein weißes rot umrandetes und auf der Spitze stehendes Dreieck mit der Aufschrift <YIELD>   nicht als Nachrangtafel erkennt, dem ist gemeinhin nicht zu helfen.

Wegweiser weisen, selten durch Sturm, meist durch humorvolle Iren verdreht, vor allem bei Kreuzungen häufig in die falsche Richtung. Nehmen Sie es gelassen. Sie kommen dann zwar nicht dorthin, wohin Sie wollen, aber Irland ist ein schönes Land. Sie fahren auf diese Weise durch Landstriche, die Sie ansonsten nicht gesehen hätten.

Alle amtlichen Wegweiser sind zweisprachig, die Namen der Ortschaften sind mit ihrem englischen und ihrem irischen Namen angegeben. Zwar sprechen nur 5 % der Iren daheim Irisch, der Rest lernt es ergebnislos in der Schule, aber mir sind schließlich stolz auf unsere eirische Sprache, oder?

In bestimmten Gegenden, vor allem in der Gaeltacht, sollen tatsächlich die Leute leben, die Irisch im Alltag verwenden. Dort leben in Personalunion auch die Scherzbolde, welche die englischen Ortsbezeichnungen auf Ortstafeln und Wegweisern schwarz übermalen. Auch durch diese Maßnahme wird im Interesse der Förderung des Tourismus in Irland sichergestellt, dass die Touristen ihnen sonst allenfalls verborgene Schönheiten des Landes kennen lernen, die in keinem Reiseführer erwähnt werden. Auch lernen die Touristen dadurch ein wenig Irisch, weil ja ihre Straßenkarten nur die englischen Bezeichnungen enthalten. Die Verwendung von Navigationsgeräten ist in solchen Gegenden überaus hilfreich.

Parken auf Irlands Straßen:

2 durchgehende gelbe Linien am Straßenrand bedeuten für Ausländer absolutes Park- und Halteverbot. Eine gelbe Linie bedeutet Parkverbot für Ausländer. Achtung: Diese Regeln gelten ausdrücklich nur für Ausländer.

Irische Autofahrer parken hingegen, wo immer sie wollen. Ist der Platz am Straßenrand bereits von anderen Autos belegt, parkt man auf der Fahrbahn. Geht man bloß auf ein <schnelles> Bier, lässt man die Fahrertür sperrangelweit offen und den Motor laufen. Nachfolgende Autolenker wissen dann, sie müssen nicht lange warten.

Diese Regel gilt jedoch nur auf dem Land. In Dublin und Galway und zu bestimmten Tageszeiten in Limerick ist sie im Hinblick auf die große Zahl potentieller Autodiebe nicht gültig.

Ist die Fahrertür geschlossen, der Motor abgestellt, dafür die Warnblinkanlage eingeschaltet, signalisieren irische Autolenker, man müsse sich auf längere Wartezeiten gefasst machen. Gott hat die Zeit gemacht, von Eile hat er nichts gesagt, heißt es daher unter Verkehrsteilnehmern in Irland.

Benutzt man als Ausländer einen Mietwagen mit irischen Kennzeichen, gelten die vorgenannten Regeln fürs Halten und Parken mitten auf der Fahrbahn auch für den Ausländer - sofern er sich traut.

Verkehrsampeln

Die roten, gelben und grünen Lichter haben, ausgenommen für Ausländer, nur Empfehlungscharakter. Grundsätzlich gilt: bei gelbem Licht der Ampel möglichst beschleunigen, damit man die Kreuzung passiert, wenn die Ampel auf Rot schaltet.

Ausländer in Mietwagen mit irischen Kennzeichen sind auf Anhieb nicht als Ausländer erkenntlich.  Indizien für den Kundigen sind jedoch der ganz neue Kleinwagen und ein Durchschnittstempo von ca. 20 km/h. Jedoch fahren auch viele Iren mit max. 20 km/h, vor allem nach ausgedehntem Besuch eines Pubs.

Im Zweifel gelten deshalb auch für Ausländer bei Verkehrsampeln die Regeln für Irländer. Das ist für den Ausländer auch deshalb besser, denn wenn Sie ihr Gefährt mit irischem Kennzeichen bei Gelb anhalten, bringen Sie den nachfolgenden Iren aus der Fassung. Ein solches fremdländisches Verhalten ist häufig die Ursache von Auffahrunfällen vor ampelgeregelten Kreuzungen.

Kreisverkehre (Verkehrskreisel)

Der Bau von Verkehrskreiseln ist auch in Irland große Mode. Das Verhalten bei der Einfahrt in denselben, während dessen Benutzung und beim Verlassen des Kreisverkehrs entspricht durchaus dem bei uns üblichen – bloß hat der im Kreisverkehr von Rechts Kommende den Vorrang. Bei der Einfahrt bleibt man stehen und wartet, bis im Kreisverkehr von rechts ein Auto naht. Erst dann gibt man Gas und behindert nach Möglichkeit alle anderen Verkehrsteilnehmer. Es gilt weithin als unfein, auch wenn es gesetzlich vorgeschrieben ist, das beabsichtigte Verlassen des Kreisverkehrs mittels Blinklicht anzuzeigen.

Stattdessen schaltet man die rechten Blinker ein, solange man im Kreisverkehr zu bleiben gedenkt. Ausschalten des Blinkers signalisiert sodann die Absicht, bei der nächsten Ausfahrt den Kreisverkehr zu verlassen, oder auch nicht.

Findet man als Tourist dank ungenügender Signalisierung die richtige Ausfahrt nicht, fährt man so lange im Kreis, bis die mitfahrende Gattin eine bestimmte Ausfahrt als richtig bezeichnet. Kommt man danach doch nicht dorthin, wohin man will, sagt man der Gattin so richtig seine Meinung.

Zulässige Höchstgeschwindigkeiten

Für Autofahrer aus dem Ausland gelten als gesetzliche Höchstgeschwindigkeit innerorts 50 km/h, außer, wenn anders angezeigt, und außerhalb von Ortschaften 100 km/h, außer, wenn anderes angezeigt.

Diese Höchstgeschwindigkeiten gelten für irische Autofahrer nicht. Sie fahren so schnell, wie sie sich trauen und/oder mit dem Tempo, das ihr altes Auto maximal hergibt.

Bei Geschwindigkeitskontrollen wird diese Regel durch die Polizei nicht anerkannt. Damit man von solchen rechtzeitig erfährt, blinken einem die Entgegenkommenden bereits viele Kilometer vor der Kontrolle wie die Wahnsinnigen an. Dies ist kein freundlicher Gruß! Befolgen Sie diese Warnung nach Möglichkeit.

Die irische Polizei verfügt dem Vernehmen nach weder über Laserpistolen noch über Radargeräte. Stattdessen ist sie lediglich  mit entsprechenden Attrappen ausgerüstet. Da ohnehin ein jeder irische Autofahrer die gesetzliche Höchstgeschwindigkeit überschreitet, so er kann (siehe oben), schreiben sie lediglich die Kennzeichen vorbeifahrender Autos auf, bis das tägliche Plansoll erfüllt ist. Auf diese Weise wird die Einhaltung der Grundwerte des demokratisch-freiheitlichen Rechtsstaates gewährleistet, denn es wird kein einziger Unschuldiger bestraft.

Menschen und andere Verkehrsteilnehmer auf irischen Straßen

Iren, Irinnen und irischen Tieren aller Art ist auf Straßen alles erlaubt, was gefällt. Ist jemand müde, setzt er sich auf die Fahrbahn. Dieses Verhalten erklärt unter anderem die hohe Zahl von Verkehrstoten. Hat jemand zu viele Pints of Guinness getrunken, fährt er im Schritttempo heim, manchmal auch schneller – auch das erklärt die hohe Zahl von Verkehrstoten. Übrigens haben auch für irische Fußgänger Verkehrsampeln lediglich Empfehlungscharakter.

Vor allem die Kinder der <travelling community>, früher Tinkers bzw. von ausländischen Unkundigen fälschlich Zigeuner genannt, spielen ausnahmslos auf der Straße – wo denn sonst, da sie mit ihren Eltern sozusagen auf der Straße leben müssen. (Irland ist ein Sozialstaat. Von seinen Segnungen ausgeschlossen sind lediglich die travelling people). An diesen Leuten fahren Sie mit Vorteil langsam vorbei, Sie sehen dabei auch mehr. Neugierig anhalten sollten Sie lieber nicht, diese Leute freut Neugierde von Ausländern nicht.

Kühe und Schafe überqueren häufig die Straßen auf der Suche nach saftigem Futter. Die Bauern sehen das gerne. Das Gras am Straßenrand kostet sie nichts. Schafe haben entdeckt, dass der schwarze Straßenbelag in der Regel wärmer ist als das nasse Gras auf ihrer Weide. Daher lassen sie sich gerne mitten auf der Straße nieder und pflegen für eine Weile der Ruhe.

Der gravierende Unterschied für Autofahrer in Irland zwischen Kühen und Schafen liegt darin:  

Fährt man eine Kuh um, ist die Kuh tot, man selber in der Regel auch. Fährt man indessen ein Schaf um, ist das Schaf tot und am Auto bloß die Stoßstange eingedellt.

Überfährt man übrigens eine Katze, ist die Katze tot,  im Auto spürt man davon kaum was. Dass im nächsten Haus ein Kind bitterlich um seine Miezekatze weint – wen kümmert das? Oder kümmert es Sie doch? Mein Kompliment, ehrlich.

Seit die Felder mit Mauern und Hecken und neuerdings auch mit Stacheldrahtzäunen voneinander abgegrenzt wurden, sind die vielen Hütehunde arbeitslos. Es ist ihnen fade. Daher machen sie Jagd auf vorbeikommende Autos, neben denen sie eine Strecke lang wütend bellend herlaufen. Merke: auch ein blöder Hund kann Ihr Auto beschädigen, falls Sie ihn anfahren. Tun Sie auch das nicht – Autoreparaturen sind nicht billig, wie Sie wissen.

Das Wichtigste zum Schluss:

Autofahrern (Ausländern und Einheimischen gleichermaßen) ist in Irland grundsätzlich alles erlaubt. Lassen Sie sich dabei aber ja nicht von der Polizei erwischen und vor allem: Beschädigen Sie nichts und niemanden und gefährden Sie weder Mensch noch Tier.

 

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  © 2011 / PETER LAUSCH
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