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ROLLEI Rolleiflex Aurum
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Leicashop Wien
Die Kamera:
Stellvertretend für die lange
Reihe zweiäugiger Spiegelreflexkameras im Format 6x6cm von Franke
und Heidecke, (heute: Rollei fototechnic), Braunschweig, steht hier
das 1983 in einer Auflage von 1.500 Stück gefertigte vergoldete und
mit Krokodil-Leder bezogene Sondermodell Aurum mit Xenotar 2,8/80.
Die Firma Franke und Heidecke hat sozusagen das Prinzip der
zweiäugigen Spiegelreflexkamera für Rollfilm 120 im Format 6 x 6 cm
erfunden - und ab 1929 perfektioniert. Buchstäblich Jahrzehnte lang
war die "Rollei" DIE Kamera für Berufsfotografen, die eine handliche
Kamera mit - relativ - großem Negativformat benötigten. In
zahlreichen Versionen ist die Rolleiflex weiterentwickelt worden;
daneben gab es preiswertere Versionen für weniger betuchte Käufer,
die Rolleicord und etwa die Rolleiflex T mit einem (billigeren)
Tessar 3,5/80. Und wem die Rolleiflex und Rolleicord zu groß war,
für den gab es die Baby-Rollei für Negative 4 x 4 cm Größe auf dem
heute weitgehend ausgestorbenem Rollfilm 127.
Kein Wunder, dass Firmen wie Zeiss Ikon und viele andere Modelle
nach dem gleichen Prinzip erzeugten, die mehr oder minder direkten
Kopien in Japan, Rotchina und anderswo gar nicht zu erwähnen. Eine
der spätesten Nachfahren war die nicht mehr erzeugte Yashica-Mat
124G, von dem heutigen, noch immer in Deutschland angebotenen,
Modell aus Rotchina nicht zu reden.
Vielfach verbessert, wurde
doch ein konzeptiv bedingter Mangel der Rolleiflex nicht beseitigt:
Sucher- und Aufnahmeobjektiv waren nicht auswechselbar. Allerdings
gab es, kommerziell nicht erfolgreiche, Varianten der Rolleiflex
2,8F mit Tele- oder Weitwinkelobjektiv. Die fehlende
Auswechselbarkeit der Objektive und das Aufkommen der vielseitigeren
SLR japanischer Fertigung wie etwa der Nikon F brachten in den
80er-Jahren das praktische Ende dieses klassischen Kameratyps und
die Einstellung der Großserienfertigung in Braunschweig.
Von der heutigen Rollei Fototechnik werden seit damals mehr oder
minder periodisch, ursprünglich aus noch vorhandenen Bauteilen,
primär Sonderausgaben in Kleinserie, dafür in Deutschland, für
betuchte Kunden weltweit erzeugt, die meist nicht benützt, sondern
in Vitrinen gesammelt werden. Das erklärt, dass die abgebildete
Rollei Aurum, Jahrgang 1985, mit Nummer 8300563 im Zustand A und
damit ungebraucht ist, weshalb sie um die US$ 2.800.- kostet.
Sozusagen klassisch ist die Rollei 2,8F mit Planar geworden. Sie
ist das letzte Großserienmodell und daher im unten abgebildeten
Zustand (A-) bloß US$ 2.000.- teuer.

Die jüngeren Ausgaben der Rollei, etwa die 1986 vorgestellte
Rolleiflex 2,8 GX oder das Modell 2,8 FX (um etwa 3.500 Euro), sind
geringfügig weiterentwickelt worden, etwa durch Einbau einer
TTL-Belichtungsmessung (auch bei Blitzaufnahmen) unter Beibehaltung
des Bauprinzips.
Technische
Daten der ganz oben abgebildeten Rollei Aurum:
Zweiäugige Spiegelreflexkamera für 12 Aufnahmen im Format 6 x 6
cm auf Rollfilm 120, mit Zusatzeinrichtung Rolleikin Kleinbildfilm
verwendbar, Aufnahmeobjektiv: Xenotar 2,8/80 mm, Sucherobjektiv:
Heidosmat 2,8/80 mm, Synchro-Compur Zentralverschluss mit
Verschlusszeiten von 1 - 1/500 Sekunde + B, vollsynchronisiert, d.h.
Blitzaufnahmen auch mit Elektronenblitz bei allen Verschlusszeiten
möglich, eingebauter gekuppelten Selen-Belichtungsmesser und
aufklappbarer und wechselbarer Sucherschacht (seinerzeit war ein
Sucherprisma lieferbar), mit seitlicher Entfernungseinstellung, in
Aufnahmehaltung links, und mit Filmtransport mittels seitlicher
Kurbel (in Aufnahmehaltung rechts).
Geändert am
20.12.2008
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