ROBOT ROYAL III 

Die Kamera:
 


Eine Robot Royal III mit - seltenem - Zeiss Sonnar 2/50 mm
Alle Abbildungen: © Leicashop Wien


Die von 1953 bis 1957  erhältliche Robot Royal III stellt einen bedeutenden Fortschritt gegenüber den früheren Modellen dar. Dies gilt auch für die die bis auf Details baugleiche Robot Royal 24, die bis 1972 erzeugt wurde

Denn sie weist als erste Robot einen eingebauten und mit der Entfernungseinstellung des Objektivs gekuppelten Entfernungsmesser auf - ein Messsucher, mit dem gleichzeitig auch das Motiv anvisiert werden konnte - nichts Besonderes heute, damals aber, z. B. im Vergleich mit den damaligen Modellen der Leica mit Schraubgewinde mit ihren getrennten Einblicksöffnungen für Sucher und Entfernungsmesser ein wichtiger Fortschritt. Darüber hinaus besitzt die Kamera einen Bajonettanschluss  für die Objektive, sodass ein schneller Wechsel der diversen lieferbaren Objektive verschiedener Erzeuger und Brennweiten möglich wird. Mit einem Hebel an der Gehäusevorderseite kann von Einzelbild- auf Serienaufnahmen umgeschaltet werden. Das Federwerk wird mit einem Hebel im Kameraboden aufgezogen und schafft mit einem Aufzug ca. 25 Aufnahmen. Am häufigsten findet man die Kamera als Standardobjektiv mit einem Xenon 1,9/50 ausgestattet, das oben abgebildete Sonnar ist selten. Auch Kameras mit dem Xenar 2,8/38 mm sind relativ selten. Wer wollte, konnte die Kamera auch mit Weitwinkel- und Teleobjektiven von Angenieux, Enna und Schneider mit Brennweiten von 24 mm bis 600 mm verwenden, wobei Objektive von Schneider für die Brennweiten von 30 - 75 am häufigsten zu finden sind.

Die Royal III ist mit 130x80x35 mm größer als die bisher von Robot erzeugten Kameras. Und sie ist mit einem Gewicht von 935g auch ein Schwergewicht - von Bauteilen aus Plastik wusste man 1953 noch nichts.

Ich denke, sie hat von allen Robot Kameras den höchsten Gebrauchswert. Das drückt sich im Durchschnittpreis aus: für eine schöne Robot Royal III oder 24 müssen Sie ca. 350 bis 500 € bezahlen, mit den üblichen Schwankungen je nach Verhandlungsgeschick, Konkurrenten und Geldnot des Verkäufers.

Bedienungsanleitung, kurz gefasst:

Die Rückwand wird nach rechts hinten aufgeklappt, indem am geriffelten und verchromten Teil der linken seitlichen Leiste am Gehäuse nach hinten gezogen wird. Danach sollte im aufgeklappten Gehäuse rechts die Filmkassette sichtbar sein. Fehlt sie, kann man nicht fotografieren. Den Drehknopf darüber in Pfeilrichtung drehen und anheben, dann lässt sich die Kassette entnehmen. Geöffnet besteht die Kassette aus eine äußeren und einer inneren Hülle um den eigentlichen Spulenkern. An diesem wird der Filmanschnitt befestigt, sodann wird die Spule in die innere und diese sodann in die äußeren Hülle geschoben und durch seitliches Verdrehen eingerastet. Beim Schließen der Rückwand wird die Kassette geöffnet, sodass der Film leicht aufgespult werden kann, aber das müssen Sie mir glauben, das sehen Sie nicht. Legen Sie sodann die Filmpatrone mit dem unbelichteten Film links in die Patronenkammer, nachdem Sie den Rückspulknopf angehoben haben. Schauen Sie, dass die beiden Transporträder neben der Aufnahmekassette sauber in die Filmperforation eingreifen. Wenn nicht, drehen Sie leicht am Rückspulknopf, bis die Zahnräder tatsächlich eingreifen. Schließen Sie sodann die Kamera und ziehen Sie das Federwerk mit dem ausklappbaren Handgriff rechts an der Unterseite wie eine altmodische Taschenuhr auf. Straffen Sie den Film in der Kamera durch vorsichtiges Drehen des  Rückspulknopfes. Stellen Sie den Schieber auf der Rückseite des Oberteils auf den grünen Punkt, machen Sie 2 oder 3 Leeraufnahmen und achten dabei darauf, dass sich der Rückspulknopf dreht. Tut er das, haben Sie den Film richtig eingelegt. Stellen Sie jetzt das Zählwerk rechts oben mit dem kleinen Drehrad auf der Rückseite des Oberteils ein.

Haben Sie? Dann ist die Kamera bereit für die 1. Aufnahme. Durch Blick in den Sucher und Drehen der Entfernungseinstellung am Objektiv stellen Sie scharf. Der Entfernungsmesser misst auch bei Blende 1,9 sehr genau. Die passende (gemessene oder geschätzte) Zeit stellen Sie mit dem Drehrad auf der Gehäusevorderseite ein (links vom Objektiv). Am Objektiv stellen Sie die passende Blende ein. Rechts vom Objektiv finden Sie den Hebel für Einzel- bzw. Serienaufnahmen. Stellen Sie ihn auf E und drücken Sie den Auslöser. Die Kamera löst aus, der Film wird 1 Aufnahme weitertransportiert. Haben Sie auf S gestellt, löst die Kamera aus, solange Sie den Auslöser niederdrücken bzw. die Federspannung des Motors reicht.

Der Film ist voll? Stellen Sie den Schieber auf der Rückseite des Oberteils auf R und drehen Sie den Film mittels Rückspulknopfes in die Kamera zurück. Manchmal löst sich der Filmanschnitt nicht von der Spule der Aufwickelkassette. Keine Gewalt anwenden, sondern Kamera öffnen und Film abreißen oder abschneiden.

Das war's. Hoffentlich sind die Aufnahmen gelungen. Übrigens: die Filmmerkscheibe links vom Rückspulknopf ist letztlich funktionslos.

 

 

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© PETER LAUSCH/2006
Verfasst: 12. Februar 2006

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