ROBOT ROYAL III 
 


Eine Robot Royal III mit - seltenem - Zeiss Sonnar 2/50 mm
Alle Abbildungen: © Leicashop Wien

 

1. Teil: Der Stand der Dinge im Jahre 1934

 

Die von Oskar Barnack entwickelte und von Leitz 1925 auf den Markt gebrachte Leica ist nicht die erste Kleinbildkamera. Der Ausdruck war schon Ende des 19. Jahrhunderts gebräuchlich und bezeichnete Platten- oder Rollfilmkameras mit einem – für damalige Verhältnisse – kleinem Bildformat.

Die Leica ist nicht einmal die erste Kleinbildkamera für perforierten Kinofilm, obgleich sie einen solchen <Kleinbildfilm> verwendet. Sie ist indessen die erste kommerziell erfolgreiche Kleinbildkamera für perforierten Kinofilm gewesen – über die Vorgänger Einiges hier.

Man muss sich heute immer vor Augen halten, dass die Leica die Amateur- und die Berufsfotografie revolutionierte; mit ihr begann der Siegeszug der heute so genannten <Kleinbildfotografie>.

So total war dieser Siegeszug, dass seit Jahrzehnten schon  - ausgenommen einige wenige Spezialgebiete - keine Fotoplatten mehr verwendet werden, sondern dass auch die praktischeren Rollfilme, die es in einer Vielzahl von Formaten (Details über die Rollfilmformate von Kodak hier) gab, fast alle vom Markt verschwunden sind. Nur Rollfilme im Format 120 bzw. 220 (und für einige alte Kameras auch das einst sehr beliebte Format 127 bei einigen wenigen Händlern im Internet) sind ohne Mühe erhältlich. Bei einigen Firmen in den USA sind manche alten Rollfimformate erhältlich, andere stellen diese alten Formate durch Beschneidung und Umspulung von Rollfilm 120 her und der Interessierte kann manche Formate auch selbst noch auf derselben Basis anfertigen.

Andererseits hat sich auf Dauer kein kleineres Format als 24x36 mm auf dem Markt halten können. Manche mögen das bedauern, umso mehr, als dank der heutigen Filmqualität auch mit solch kleineren Filmformaten durchaus scharfe und mehr oder minder kornlose Vergrößerungen bis ca. DIN A4 erzielbar wären.

Aber das ist Geschichte und es macht keinen Sinn, möglicherweise ungenützten Chancen nachzutrauern.

Der wirkliche Siegeszug dieser Kleinbildfotografie, nämlich die Verwendung auf dem Massenmarkt, begann erst Anfang der 30er-Jahre. Einerseits wurden damals bereits relativ leistungsfähige und lichtempfindliche Filme (auch wenn die damals <höchstempfindlichen> Filme etwa ISO 40 entsprächen) angeboten, andererseits sprangen sozusagen auch andere Produzenten auf den fahrenden Zug auf. Neben einigen, der Leica in Qualität und Vielseitigkeit vergleichbaren teuren Spitzenkameras (z. B. die Contax) erzeugte ab ca. 1930 eine Vielzahl von kleinen Firmen preiswertere Kleinbildkameras, ehe nach dem 2. Weltkrieg die deutsche Kameraindustrie infolge Ideenlosigkeit und Hochmut zu Grunde ging.

Zum 2. Teil: Die Robot-Kameras

 

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© PETER LAUSCH/2006
Geändert: 3. November 2010

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