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Nikon Coolpix 885 & 775
seit September 2001
Bei der IFA in Berlin hat Nikon 2001 zwei neue Digitalkamereras für
Amateure vorgestellt: die Coolpix 885 und die Coolpix 775.
Die 885, die eine
Reihe von Eigenschaften des Spitzenmodells Coolpix 995 aufweist, war eine weiterentwickelte
Coolpix
880; die Coolpix 775 ist eine abgespeckte 880 und nicht wirklich neu, sondern neu nur für
Deutschland, Österreich und die Schweiz, denn anderswo gibt es sie
schon seit dem Frühsommer.
NIKON COOLPIX 885:
Ich
will mir ersparen, Sie jetzt im einzelnen mit technischen Tabellen zu
überfüttern, die Sie bei Interesse im Internet Ihres
Landes ohnehin nachlesen können. Ich will lediglich - heute ja nur mehr
von sozusagen historischem Interesse, sind doch beide Kameras längst
nicht mehr lieferbar - einige Bemerkungen zu den Kameras machen - frei
vom Werbedeutsch der Presseaussendungen von Nikon und vom Neudeutsch der
Prospekte und der einschlägigen Internetseiten.
Vorbemerkung:
Zunächst: Andere Firmen lieferten schon vor Nikon Modelle mit 4
MB-Chips - Canon etwa, Olympus, Casio. Nikon hatte jedoch lange keine 4 MB-Kamera
im Angebot.
Nikon betrieb mit beiden Neuerscheinungen Modellpflege. Der
Generationswechsel zur 4 MB-Klasse blieb bei Nikon aus; Nikon lieferte
statt dessen als
Spitzenmodell für Amateure, die Coolpix 5000 auf der
Basis eines 5 MB-Chips und damit auch preislich eine Klasse höher
angesiedelt.
Sowohl die 885 als auch die 775 waren ab Oktober 2001 lieferbar
Die 3,34 MB-Generation hat - firmenunabhängig - mehrere
immanente Beschränkungen: qualitativ wirklich hochwertige Ergebnisse, die sich wirklich
mit Fotos vergleichen lassen, erhalten Sie nur bis ca. zur Ausgabegröße
13x18 cm. Natürlich können Sie auch größere Drucke machen oder Abzüge
auf Fotopapier bestellen, aber die Auflösung ist dann nicht überwältigend und mit Aufnahmen
mittels einer
Fotokamera für Film nicht mehr recht vergleichbar. Erst mit der nächsten Generation (ca
6
MB) erhält man Bilder, die bis zum Format A4 Fotos vom Film nicht mehr
sichtbar nachstehen.
Eigenschaften der
Coolpix 885:
Die Coolpix 885 ist eine weiterentwickelte Coolpix
880. Sie schaut daher aus wie diese (es gab auch eine schwarze
Ausführung):
Kaum ein Unterschied zur 880? Sie sehen ihn bloß nicht auf
Anhieb.
Die Kamera ist
geringfügig kleiner als die 880, nämlich je einen halben Zentimeter
kürzer und weniger hoch, dafür 2 Millimeter dicker (jetzt: 95x69x52
mm) und passt besser in die Hand. Die Kamera ist um 10 g schwerer (885: 286 g) Das Objektiv ist, wie gesagt ein 3-fach Zoom mit den Daten
2,8-4,9/8-24 mm (entspricht: 38-114 mm im Kleinbildformat), während
das der 880 eine maximale Brennweite von umgerechnet 95 mm aufweist). Die Betriebsarten sind vereinfacht und logischer aufgebaut: Auto (A),
Scene, Custom Mode Settings (CSM mit P und M) und Movie-Einstellung.
Bei der 880 waren die Symbole auf dem Einstellrad ein wenig
verwirrend; es gab ein grünes Symbol für sozusagen narrensicheres
Fotografieren ohne Einflussmöglichkeiten, es gab die normale Automatik und die Programmautomatik mit ganz ähnlichen
Eigenschaften und es gab die Einstellung auf CSM mit allen möglichen
Einstellmöglichkeiten (z. B. auf eine Empfindlichkeit entsprechend
IS0 100). Bei der 885 fotografiert man normal mit Einstellung A, will
man auf die Belichtung Einfluss nehmen, wählt man CSM und macht die
notwendigen Einstellungen, wobei man wahlweise weiterhin automatisch
fotografiert oder aber die Kamera in vielerlei Hinsicht manuell einstellt). Ich
nehme an, Sie werden wohl meist mit der Einstellung A oder einem
Motivprogramm (versteckt sich hinter dem neudeutschen Scene) wie etwa
"Landschaft" fotografieren.
Neu war damals
auch, dass Nikon die Coolpix 885 in Europa
standardmäßig mit einem wieder aufladbaren Akku auf Li-Ion-Basis (dem
bereits von der 880 her bekannten EN-EL1) und Ladegerät ausstattete - die an sich
ebenfalls verwendbare Lithiumbatterie 2CR5 ist relativ teuer und
hält auch nicht allzu lange durch. Sie eignet sich daher bestenfalls als
Ersatzbatterie, falls der Akku leer ist.
Trotz der relativ hohen Preise für
Akkus und Ladegerät kommt Ihnen mit der Zeit der Akku billiger als die
Batterie.
Fazit zur Nikon
Coolpix 885:
Das Bessere ist des Guten Tod. Nirgends zeigt sich die
rapide Erweiterung der Möglichkeiten digitaler Kameras besser als im
schnellen Modellwechsel durch die Hersteller. Heute das neueste Modell
gekauft, morgen ist es schon das vorletzte Modell.
Wie heutzutage bei digitalen Kameras üblich, gab
es nachträglich (seit 11. Oktober 2002 ein Update der Firmware an. Mit diesem Update wird
die Kamera einerseits für den EXIF Standard 2.2 tauglich: Bei Verwendung
von entsprechenden Druckern wurde damit eine bessere Wiedergabe der
Aufnahmen ermöglicht. Andererseits bot die Kamera mit der neuen
Firmware 1,2 nunmehr 2 Übertragungsmöglichkeiten für die Übertragung
der Aufnahmen mittels USB: Mass Storage und Picture Transfer Protocol
(wichtig vor allem für Windows XP - Nutzer).
NIKON COOLPIX 775:

Auf dem kleinen Foto erkennen Sie den äußerlichen Unterschied zur 885
nicht. Sie sehen ihn nur auf der großen Variante.
Er ist aber
zugegebenermaßen klein: Die Typenbezeichnung ist eine andere, der AF-Sensor ist unterhalb des Blitzreflektors anstatt zwischen Sucher und
Reflektor wie bei der 885, das Einstellrad auf der Oberseite ist bei der
775 nicht hinter dem Auslöser, sondern zur Mitte versetzt. Aber auf
diese Äußerlichkeiten kommt es ja nicht an.
Eigenschaften der
Coolpix 775:
Der wichtigste Unterschied zuerst: die 775 ist eine 2,1 MB-Kamera mit
max. 1600x1200 Pixeln zum Unterschied zur 3,34 MB-Kamera 885 mit max.
2046x1536 Pixeln.
Die maximale Brennweite des Objektivs der 775 ist kleiner
als bei der 885 (17,4 mm versus 24 mm) und auch kleiner als bei der 880
(20 mm). Dafür hat aber die 775 eine deutlich stärkere Weitwinkeleinstellung, was gerade bei Innenaufnahmen wichtig ist und den
heutigen Gegebenheiten besser entspricht (5,6 mm gegenüber 8 mm bei der
885).
Gespart ist in anderer Hinsicht worden: Die Empfindlichkeit
des Sensors ist auf ISO 100 fixiert, die mittenbetonte und die Spot-Messung
sind weggefallen, es bleibt die - bewährte - Matrix-Messung. Die Zahl
der Motivprogramme ist beschränkt auf 7 (12 bei der 885), die Kamera
ist mit 87x66,5x44 mm kleiner als die 885.
Fazit zur Coolpix
775:
Wer seine Bilder ohnehin nur maximal im Format 10x15 cm
betrachten will, braucht keine 3,34 MB-Kamera. Und wer bisher mit einer AF-Sucherkamera und Negativfilm zufrieden war (die Bilder entwickelt bei
Media-Markt, Saturn etc. um möglichst wenig Geld), braucht auch keine
3,34 MB-Kamera, von den neuen 4 und 5 MB-Kameras ganz zu schweigen. Es braucht
auch nicht ein jeder Käufer einer Spiegelreflex für Film eine Nikon F5, wie die Profis sie verwenden.
Ich denke, die Coolpix 775 war eine Sparausgabe. Ich denke aber
auch, gespart wurde dort, wo die Durchschnittskäufer einer
solchen Kamera es gar nicht wirklich merken werden - unbeschwertes
Fotografieren mit einer digitalen Kamera für - relativ - wenig Geld war
und ist
damit sicher möglich. So sind etwa die am häufigsten verwendeten
Motivprogramme bei der 775 vorhanden.
Weiterführende Hinweise:
Ich erspare mir nähere Beschreibungen der technischen Details.
Sie finden solche im Internet einschließlich der technischen Daten
der Kamera.
Und noch ein Hinweis:
Die Entwicklung bei den Digitalkameras schreitet rasch
voran.
Ab Mitte Jänner 2002 lieferte Nikon die Coolpix 5000 in
Europa zum stolzen Preis von anfänglich Euro
1600.- (bei uns in Österreich natürlich teurer: 1649.- Euro,
Österreich ist ja anders!) aus, doch war Nikon im Hinblick auf die
Konkurrenz bald zu niedrigeren Preisempfehlungen gezwungen.
Ich erspare mir an dieser Stelle weitere Ausführungen zur Kamera.
Wenn Sie
mein Bericht über die Nikon Coolpix 5000
interessiert,
lesen Sie doch
hier weiter.
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