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Nikon
Coolpix 880
Teil 2:
Stromversorgung
Zur Stromversorgung legte Nikon der Kamera serienmäßig eine
Lithiumbatterie Type 2CR5 bei. Vorgängermodelle von Nikon und der
Konkurrenz waren früher mit Batterien im Format AA ausgestattet. Die
Batterie 2CR5 ist demgegenüber wesentlich kleiner und leichter, daher
kann auch die Kamera selbst kleiner und leichter sein. Digitalkameras sind
allerdings Stromfresser; viel Strom braucht insbesondere der LCD-Monitor
auf der Rückseite. Nicht nur ist die 2CR5 als solche teuer, sie hält
daher auch nicht lange, trotz optimistischer Angaben in den Prospekten von
Nikon. Durch Verwendung solcher Lithiumbatterien werden Sie bei
Elektrohändlern zum geschätzten Stammkunden.
Alternativ bot Nikon
daher einen Lithium-Ionen-Akku an, der Ihnen nur nützte, wenn Sie auch das
entsprechende Ladegerät kauften. Beides war unbedingt zu empfehlen. Sie
sparen auf Dauer viel Geld. Warum Nikon dieses nützliche Zubehör nicht
der Kamera beipackte? Ohne kann die Kamera viel billiger verkauft werden,
rechnen Sie den Kaufpreis für diese zwei Zubehörteile zum Preis der
Kamera dazu, kommen Sie durchaus in die Preisregion scheinbar teurerer
Kameras, wie seinerzeit der Olympus C-3030Z. Einen Vorteil hat Nikons Lösung natürlich schon: Ist
der Akku leer, können Sie notfalls sozusagen bei jedem Elektrohändler
oder Supermarkt eine Ersatzbatterie kaufen und weiter fotografieren.
Und
wenn wir schon bei zusätzlichen Ausgaben sind: eine größere
Speicherkarte zusätzlich zur mitgelieferten 16MB-Karte (in den USA und GB
sind es nur 8MB) sollten Sie sich auch gönnen. Ich würde Ihnen mindestens
eine Karte mit 128 MB empfehlen, damit könnten Sie
etwa 70 Bilder im Fine Modus und voller Bildgröße (2048x1536 Pixel)
aufnehmen -
wiedergegeben im Format 20x25cm oder formatfüllend auf Papier im Format
DIN A4 sind die Ergebnisse einer fotografischen Vergrößerung von Kleinbildfilm praktisch
gleichwertig.
Sie
wollen bloß Albumfotos im Format 9x12cm? Dann sollten Sie sich fragen, ob
Sie wirklich eine 3,34MB-Digitalkamera brauchen. Vergrößerungen im
Format 9x12cm oder 10x15 cm produzieren Sie in einwandfreier Qualität auch mit
den noch gelegentlich erhältlichen 2,1MB-Kameras, wie etwa der kleineren
Nachfolgern Coolpix 2100.
Aufnahmen mit der
Nikon Coolpix 880 bei Automatik-Einstellung
Nehmen
Sie zunächst den Objektivdeckel ab, sonst erhalten Sie beim nächsten
Schritt eine Fehlermeldung und schalten Sie die Kamera mit dem
Drehschalter um den Auslöser ein. Stellen Sie sicher, dass das
Einstellrad auf die Markierung Auto gestellt ist. Darauf fährt das
Objektiv aus der Ruhestellung in die Aufnahmestellung (vor). Auf dem
Monitor an der Rückseite der Kamera sehen Sie die von der Kamera
vorgesehenen Belichtungsdaten; außerdem hören Sie bei jeder
Kamerabewegung ein –sägendes? – Geräusch, den Motor der
kontinuierlichen AF-Einstellung. Schalten Sie den Monitor aus, wechselt die
Kamera in den Einzel-AF und stellt erst bei leichtem Druck auf den
Auslöser scharf, bevor Sie jetzt die erste Aufnahme machen, aber erst,
wenn Sie den Bildausschnitt durch Blick in den Sucher festgelegt haben.
Vorher sollten Sie aber noch die Aufnahmedaten prüfen.
Wichtig
ist insbesondere (neben Zeit und Blende, wobei es bei der 880 je nach
Brennweite immer nur 2 mögliche Blendeneinstellungen gibt) die
Einstellung der Bildqualität und der Bildgröße.
Mit der
Wahl der Bildqualität legen Sie Art und Ausmaß der Komprimierung fest.
Bei Einstellung auf Hi wird das Bild im Tiff-Format gespeichert; das ist
die höchste Bildqualität, sie führt aber leider auch zur
größtmöglichen Datei von fast 10 MB(!). Bei Fine, Normal und Basic
erfolgt die Speicherung im Format .jpeg mit Komprimierungsraten von ¼,
1/8 bzw. 1/18 der Originalgröße der Bilddatei. Damit einher geht eine
entsprechende Verringerung der Bildqualität. Für Bilder fürs Internet
genügt sicher Basic, wollen Sie die Bilder in guter Qualität drucken,
wählen Sie Fine oder ausnahmsweise gar Hi. Bei voller Bildgröße und
Einstellung der Komprimierung auf Fine wird ein Bild von weniger als 1 MB
erzeugt. Ein Bild in VGA-Größe und Basic erzeugt die kleinste Datei,
etwa 50 KB, in der Regel immer noch ausreichend fürs Internet.
Welche
Einstellungen Sie daher wählen, kommt im Wesentlichen auf den
Verwendungszweck des Bildes an. Die Abstimmung von Bildgröße und
Bildqualität scheint mir auch deshalb wichtig, damit Sie die CompactFlash
Karte in der Kamera möglichst rationell nützen. Auf der mitgelieferten
Karte können Sie im Modus Fine und voller Bildgröße 10 Aufnahmen
speichern, im Normalmodus 20 und im Basicmodus 40. Verwenden Sie die
Bildgröße XGA speichern Sie auf derselben Karte 40, 79 bzw. 151
Aufnahmen. In der Praxis erreichen Sie unterschiedliche Werte, wenn Sie
die Bildgrößen und die Komprimierungsraten variieren - übrigens ein
Tipp, bei fast voller Karte doch noch einige Aufnahmen unterzubringen.
Alternativ
könnten Sie natürlich auch anstatt des Automatikmodus den Programm-Modus
wählen oder, so Sie ein passendes finden, ein Motivprogramm. Das
Nahaufnahmeprogramm zum Beispiel ermöglicht nicht bloß Nahaufnahmen bis
4cm Entfernung, sondern schaltet auch den Blitz ab und erhöht die
Farbsättigung, das Kopierprogramm erhöht den Kontrast und liefert gute
Qualität von SW-Texten.
Finden
Sie kein passendes Motivprogramm? Verwenden Sie den Custom Mode (CSM) - in diesem Modus
können Sie alle Einstellungen selbst festlegen und sie bleiben
gespeichert, bis Sie diesen Modus wieder einstellen. Geeignet daher, wenn
Sie Nahaufnahmen mit Blitz machen oder den grünlichen Farbton des Lichts
von Neonröhren schon bei der Aufnahme ausgleichen wollen und nicht erst
bei der nachfolgenden Bildbearbeitung im PC. Warum bei Nahaufnahmen der
Blitz abgeschaltet wird? Weil Gefahr besteht, dass das Objektiv den Blitz
abschattet. Wollen Sie ihn dennoch verwenden, heißt es probieren
(misslingt die Aufnahme, können Sie sie ja gleich und einfach wieder
löschen).
Wiedergabe der Bilder
Stellen
Sie das Einstellrad auf "Wiedergabe" und Sie sehen auf dem
Monitor das zuletzt aufgenommene Bild. Mit dem Multifunktionswähler (der
runden Taste mit den Pfeilsymbolen neben der Monitortaste) können Sie die
gewünschte Aufnahme auswählen. Wahlweise können Sie auch eine
"Diashow" (Originalton Nikon) veranstalten, obgleich Sie keine
Dias produziert haben. Sie können auch mehrere Bilder gleichzeitig auf
dem Monitor betrachten (3. Taste von links oberhalb des Monitors 1x bzw.
2x drücken, um wahlweise 9 oder 4 Bilder zu sehen).

Da Sie
aber kaum Aufnahmen machen werden, um sie ausschließlich auf dem doch
recht kleinen Kameramonitor zu betrachten, gibt es mehrere andere
Möglichkeiten, Ihre Aufnahmen zu betrachten. Mit dem mitgelieferten Kabel
können Sie die Kamera an ein Fernsehgerät anschließen und die Bilder
auf dessen Bildschirm ansehen. Hauptsächlich werden Sie die Bilder
drucken wollen.
Die
Übertragung der Aufnahmen an den PC erfolgt über ein USB-Kabel schnell
und einfach, nachdem Sie die mitgelieferte Software NikonView installiert
haben. Sollten Sie noch keinen USB-Anschluss an Ihrem PC haben, benötigen
Sie ein spezielles Kabel von Nikon mit einer seriellen Anschlussbuchse.
Alternativ können Sie die Speicherkarte aus der Kamera nehmen und in ein
Kartenlesegerät einlegen, so Sie eines besitzen. Alternativ können Sie
die Karte auch in das Lesegerät Ihres Druckers einlegen und die Bilder
ausdrucken bzw. bei einem entsprechend ausgestatteten Fotohändler oder im
Elektromarkt ausdrucken lassen - die bequemste und auch billigste Lösung.
Hier geht Bequemlichkeit und Preiswürdigkeit auf Kosten der raschen
Verfügbarkeit, aber so ist es halt im Leben, nichts hat nur Vorteile.
Falls Sie nicht selber ausdrucken, sind die verschiedenen Motivprogramme und die CSM-Einstellung besonders wichtig, weil Sie ja die fertigen Aufnahmen, so
wie die Kamera sie liefert, drucken.
Im
Regelfall werden Sie aber die Bilder mittels USB-Kabel an Ihren PC
übertragen, sehen Thumbnails aller Aufnahmen auf der Speicherkarte mit
dem Programm NikonView auf dem Monitor und können die von Ihnen ausgewählten Aufnahmen
im seinerzeit mitgelieferten Programm Adobe Photoshop LE Ihren Vorstellungen gemäß
bearbeiten und danach speichern oder drucken oder beides. Photoshop LE ist
im Funktionsumfang gegenüber der nicht billigen Vollversion
eingeschränkt; reichte aber für die üblichen Anpassungen von Farbe,
Helligkeit und Kontrast ebenso wie das heute nicht nur mit Nikon Coolpix
Kameras mitgelieferte Photoshop Elements. Haben Sie ohnehin schon ein anderes Grafikprogramm, etwa Corel Paint,
können Sie damit natürlich weiter arbeiten.
Nur der
Vollständigkeit halber sage ich dazu, entscheidend für die Qualität des
ausgedruckten Bildes ist, neben dem Drucker natürlich, nicht nur die von
der Kamera gelieferte Datei, sondern auch das Papier, auf dem Sie drucken.
Im allgemeinen liefert spezielles Photo Paper das beste Ergebnis, ist aber
meist auch die teuerste Sorte Papier.
Zusammenfassung
Die
Anleitung zur Nikon Coolpix 880 hat fast 200 Seiten. Dieser Bericht soll
daher nur eine erste Information über die Möglichkeiten der Kamera von
einem Benutzer für andere, zukünftige Benutzer sein und nicht mehr. Alle
meine Meinungen und Äußerungen sind daher ganz subjektiv und Sie werden
vielleicht zu einem ganz anderen Urteil kommen.
Ich
versuche aber dennoch, meine Meinung zusammenzufassen:
- Mit praktisch allen
3,34 MB Kameras können Sie technisch einwandfreie Aufnahmen bzw.
Vergrößerungen auf Papier bis 18x24 oder 20x25cm machen, denen man
den Unterschied zu konventionellen Vergrößerungen von Dias oder
Negativen auf Silberhalogenidfilmen kaum ansieht.
- Den Vergleich mit der
Konkurrenz braucht die 880 nicht zu scheuen. Sie erhalten mit ihr eine
Kamera, mit der Sie bei Familienfesten und im Urlaub leicht und
einfach schöne Aufnahmen machen, die Sie auch herzeigen können, ohne
dass Sie sagen müssten: na ja, das sind halt Bilder, die ich mit
einer digitalen Kamera aufgenommen habe.
- Ob Sie sich eine 880
kaufen sollen? Leider, die Fragen müssen Sie schon selbst
beantworten. Entscheidungshilfe soll dieser Bericht sein, aber
verschaffen Sie sich vor der tatsächlichen Entscheidung erst noch
einen Überblick über das Anbot auch der Konkurrenz. Wenn Sie wissen,
was Sie haben wollen und was angeboten wird, dann wird Ihnen die
Entscheidung hoffentlich leicht fallen.
- Beachten Sie aber auch
die ebenso offenkundigen Nachteile aller Digitalkameras: den recht
hohen Preis sowie die notwendige Zusatzausstattung, die Sie
benötigen, damit eines Tages tatsächlich Bilder vor Ihnen liegen,
ferner den relativ hohen Preis der Ausdrucke und die ebenso relative
Haltbarkeit der für den Druck verwendeten Farben. Überlegen Sie
andererseits aber auch, wer sich für Ihre Urlaubsfotos von den
Malediven oder sonstwo in 50 Jahren noch interessieren wird! Und die
Bilddateien, die Ihnen heute wertvoll sind, werden Sie ja hoffentlich
auf CD, etc. speichern und in Zukunft der technischen Entwicklung
anpassen. Nicht vergessen, recht preiswert kann man solche Dateien auf
Fotopapier ausdrucken lassen, dann halten die Bilder ebenso lange wie
sonstige Farbbilder (leider auch nicht ewig, in 50 Jahren wird von
allen bis heute gemachten Farbfotos nicht mehr viel übrig sein, zum
Unterschied von SW-Fotos).
Dieser
Bericht erscheint in 2 Teilen.
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