Nikon Coolpix 880

   <Billig ist die Nikon Coopix 880 nicht; dafür bekommen Sie eine Kamera auf der Basis des derzeitigen Spitzenmodells der Coolpix-Reihe, der 990>, habe ich in der Erstfassung dieser Seite im Oktober 2000 geschrieben. 
   So ändern sich die Zeiten: Seit April 2001 ist die Nikon Coolpix 990 durch die Nikon Coolpix 995 ersetzt, mit eingebautem Miniblitzgerät, besserer Elektronik und mehr Plastik. Die 995 hat jedoch keinen leistungsfähigeren Speicherchip, sondern nach wie vor: 3,34 MB. Wenn Sie eine kleine Bewertung der wichtigsten Neuerungen lesen wollen, tun Sie das doch
hier!  Und da alle Augenblicke neue leistungsfähigere Modelle auf den Markt kommen, seit Jänner 2002 gab es hierzulande eine echte neue Spitzenkamera für Amateure von Nikon, die Nikon Coolpix 5000, sind alle Bewertungen in diesem Beitrag natürlich zeitgebunden.
   Mit dem früheren und dem heutigen Spitzenmodell von Nikon gemeinsam hat die 880 den gleich leistungsfähigen Speicherchip sowie die gleiche Speichertechnologie. Zusätzlich entsprechen der Autofokus, die TTL-Messung, die so genannte Bestbildauswahl, der USB-Anschluss und die sehr gute Bildqualität weitgehend der 995  
   Einiges wurde bei der 880 gegenüber dem damaligen Spitzenmodell 990 und dem nachfolgenden Amateur-Spitzenmodell 995 eingespart: der drehbare Objektivteil; das Gehäuse aus Magnesiumlegierung wurde ersetzt durch ein Plastikgehäuse, das Zoomobjektiv der 880 hat einen kleineren Brennweitenbereich und ist geringfügig lichtschwächer als das Objektiv der großen Schwester (2,8-4,2/38-95mm bei der 880 gegenüber 2,5-4.0/38-110mm bei der 990, bzw. 2,6-5,1/38-152mm bei der 995, jeweils umgerechnet auf Kleinbild), der Anschluss für ein externes Blitzgerät fehlt bei der 880 etc. Vieles ist eher positiv: der drehbare Objektivteil ist technologisch natürlich eine Fehlentwicklung, die - von allen Firmen - sehr bald aufgegeben wurde, als sich eine Art Standardform einbürgerte.
   Aber die 880 hat auch Eigenschaften, die der 990 fehlen: dazu gehört insbesondere der SCENE-Modus, der es Anfängern, aber auch fortgeschrittenen Nutzern ermöglicht, automatisch bestimmte, für die wählbaren Motivgruppen jeweils optimale Einstellungen vorzunehmen - wir kennen das von den Motivprogrammen der gängigen KB-SLRs. Bei Digitalkameras gibt's aber mehr zu verstellen, etwa den Weißabgleich oder die Kontrastwiedergabe und dies alles wird dem Nutzer bei diesen Programmen abgenommen. Um nur einige zu nennen: Porträteinstellung, Sonnenuntergang (-aufgang natürlich auch), Landschaft, Nahaufnahmen etc. Zu den Zugaben gehört auch die für Nikons Digitalkameras erstmalige Verwendbarkeit einer aufladbaren Lithiumbatterie anstelle teurer Einwegbatterien.
   Die Coolpix 880 liefert Bilder mit 2048x1536 Pixeln im .jpg-Format in drei unterschiedlichen Komprimierungsstufen oder wahlweise ein unkomprimiertes Bild im .tiff-Format. Das ist die bestmögliche Qualität, allerdings ist die Bilddatei dann beinahe 10MB groß. Alternativ können, je nach gewünschter Vergrößerung und Verwendung auch Bilder im XGA-Format (1024x768Pixel) oder VGA-Format (640x480 Pixel) gemacht werden, jeweils im .jpg-Format mit 3 möglichen Komprimierungsstufen. Möglich sind aber auch bis zu 30 Bilder/sec mit einer Auflösung von (nur) 320x240 Pixel bzw. Quick Time Filme in der Dauer von max. 40 Sekunden.
   Das alles ist im Automatik-Modus ("Auto") möglich, bei dem man sich der von der Software vorgegebenen Einstellungen bedient; wahlweise ist aber auch Programmautomatik möglich, bei der die Einstellungen manuell verändert werden können, Blendenautomatik, die Verwendung eines von mehreren Motivprogrammen oder aber die ganz manuelle Einstellung aller Belichtungsdaten durch den Fotografen. Damit ist eine weitgehende Beeinflussung des Aufnahmeergebnisses sichergestellt.
   Über die technischen Einzelheiten gab auch noch einige Zeit nach Produktionseinstelung  ergänzende Hinweise die jeweilige Internetseite der Nikon-Vertretung (für Deutschland:
http://www.nikon.de). Damit ist es inzwischen vorbei - Digitalkameras werden sehr rasch von neuen Modellen ersetzt, die <ganz neue, hervorragende, noch nie dagewesene Eigenschaften> besitzen - so sagen es zumindest die Werbefritzen.

Das Aussehen der Nikon Coolpix 880

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, daher ein Bild der Kamera von vorne.

Neben der Ausführung mit schwarzem Plastikgehäuse mit dunkelblauen Druckknöpfen auf der Hinterseite gibt es in manchen Ländern auch eine silberfarbene Ausführung. 
   Der Handgriff auf der Vorderseite ist nicht nur Zierde, er ist praktisch und ermöglicht gemeinsam mit einer passend geformten Daumenauflage auf der Rückseite bequemes und sicheres Halten der Kamera. Außerdem ist in diesem Handgriff die Batterie oder der wieder aufladbare Li-Ionen-Akku untergebracht - zu ihm Näheres später.

   Das Display auf der Oberseite des Gehäuses bietet die wesentlichen Aufnahmedaten (Komprimierungsrate, Meßmethode für die Belichtung, Blitzfunktion, Batteriezustand und Zahl der verbleibenden Aufnahmen bei der gewählten Komprimierung ). Dieses LCD ist nützlich, weil dadurch der große LCD-Monitor auf der Rückseite der Kamera ausgeschaltet werden kann, einer der größten Stromverbraucher. Das Motiv kann dann mit dem Durchsichtssucher anvisiert und die wichtigsten Aufnahmedaten jederzeit geprüft werden.
   Der Monitor auf der Rückseite entspricht hinsichtlich Größe, Auflösung und Kontrast dem der 990. Im Monitorbild eingeblendet werden die Angabe von Belichtungszeit und Blende, der Bildqualität und der Bildgröße. Je nach Einstellung zeigt der Monitor noch eine Reihe anderer Daten; brauchen Sie das nicht, durch 1x Drücken auf den Monitorknopf rechts neben dem Monitor schalten Sie die Angabe der Aufnahmedaten aus, durch 2x Drücken den ganzen Monitor.

Der Sucher ist ein ganz gewöhnlicher Durchsichtssucher ohne automatischen Parallaxenausgleich; statt dessen finden Sie einen entsprechend verschobenen Rahmen, der bei Aufnahmen von weniger als 90 cm Entfernung das vom Objektiv aufgenommene Bildfeld mehr andeutet als zeigt. Bei Aufnahmen zwischen Unendlich und 90cm müssen Sie die Parallaxe jeweils entsprechend interpolieren. So ganz gewöhnlich ist der Sucher natürlich auch wieder nicht, denn die Suchervergrößerung ist abhängig von der Brennweite, sodass Sie einigermaßen das sehen, was die Kamera aufnimmt (genau 82%. Da die Aufnahme immer mehr zeigt als Sie im Sucher gesehen haben, werden Sie der Erbtante Amalie hoffentlich nicht unabsichtlich den Kopf abschneiden oder die Füße). Kommt es auf (relative) Genauigkeit an, legen Sie an Hand des Monitors auf der Rückseite einigermaßen exakt fest, was die Kamera aufnimmt. Relativ und einigermaßen schreibe ich, weil der Monitor eben nur 97% des Bildes zeigt, aber für die Praxis genügt das.
   Neben dem Suchereinblick finden sich zwei Leuchtdioden: die obere, rote, zeigt den Ladezustand etc. des eingebauten Blitzes an, die untere, grüne, zeigt an, ob die Kamera scharf gestellt hat oder eben ein Bild in den Speicher lädt etc.
   Zwischen Sucher und Display sind 4 Druckknöpfe mit Piktogrammen für ihre Aufgabe angebracht. Was ein Druck auf einen solchen Knopf bewirkt, hängt von der jeweils gewählten Kamerafunktion ab. Haben Sie das Einstellrad auf der Oberseite auf Aufnahme gestellt, erreichen Sie zum Beispiel mit entsprechendem Druck auf die zweite Taste von links die Einstellung auf Unendlich und schalten dabei den Autofokus ab; durch einen weiteren Druck schalten Sie auf Naheinstellung, durch eine weitere, dritte Betätigung dieses Knopfes schalten Sie den Selbstauslöser ein. (Wenn Sie danach den Auslöser drücken, löst die Kamera nach 10 Sekunden aus. Drücken Sie den Auslöser während der Vorlaufzeit ein zweites Mal, wird die Vorlaufzeit auf 3 Sekunden verkürzt.). Haben Sie das Einstellrad indessen auf Wiedergabe gedreht, sehen Sie nach Druck auf denselben Knopf auf dem Monitor Informationen über das jeweils dargestellte Bild, etwa Datum und Zeit der Aufnahme, Auflösung, Bildnummer.

 

Dieser Bericht erscheint in 2 Teilen.
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© PETER LAUSCH/2000
Geändert am 12. März 2014

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