Nikon Coolpix 5000
 

 

Gleich am Anfang Ketzerisches:

Wollen Sie ohnehin nur Bilder im Format ca. 10 x 15 cm (oder DIN A6), wäre es Verschwendung von Speicherplatz, die Einstellung Full Size mit einer Bildgröße von 2560 x 1920 Pixel zu verwenden. Statt dessen stellen Sie einfach auf SXGA für eine Aufnahme von 1280 x 960 Pixel ein. Sind Sie praktisch immer mit Ausdrucken im Format DIN A6 zufrieden, wäre es überhaupt Geldverschwendung, die Coolpix 5000 zu kaufen, habe ich in der Erstfassung dieser Seite kurz nach Erscheinen der Coolpix 5000 geschrieben. Das stimmt noch immer.  Für solche Aufnahmen genügte an sich auch eine Kamera mit 2,1 Megapixel - solche werden allerdings nicht mehr angeboten. Also reicht für solche Bilder sicherlich auch eine Kamera mit einem 4, 6 oder 8 Megapixel fassenden Sensor, der Einsteigerklasse zur Zeit des Erscheinens der Coolpix 5000.

Und wollen Sie Ihre Aufnahmen ausschließlich fürs Internet verwenden, wählen Sie die Einstellung VGA (640 x 480) und bei der Bildqualität einfach auf Neudeutsch Basic. Für solche Aufnahmen wäre es eine noch größere Geldverschwendung, eine hochwertige Kamera zu kaufen. Aber wie auch immer, die Entwicklung ist anders verlaufen: heute gibt es kleinere Kameras als die Coolpix 5000 mit kleinen Sensoren (ca. 4 x 6 mm), von denen einzelne über 14 Megapixel fassen. Größer werden die Bilder ja (wer aber braucht schon Ausdrucke im Format DIN A3 für den Schmuck der Wand im Vorzimmer?), aber infolge der kleinen Sensoren, der infolgedessen geringen Pixelgröße und des großen Fassungsvermögens steigt auch das Rauschen. Als Trost bleibt eigentlich nur, solche Kameras sind heute (Mitte 2009) für sehr viel weniger Geld zu kaufen als seinerzeit die teure Coolpix.

Was übrigens die Größe der ausgedruckten Bilder betrifft, so wissen Sie ja, dass sie von der effektiven Druckauflösung des verwendeten Druckers abhängt. So traurig es ist, aber je höher die effektive Druckauflösung, so kleiner die maximale Größe, bis zu der die Pixelstruktur nicht sichtbar ist. Farbtintenstrahldrucker haben meist eine Auflösung von 300 ppi. Lassen Sie sich nicht täuschen von den optimistischen Ankündigungen, dieser oder jener Drucker schaffe 2800 dpi. Ist wahr, sagt aber nur, dass der Drucker mehrere Farbtropfen für ein Pixel druckt, um feinere Farbabstufungen zu erreichen. Und bei Full Size ermöglicht die Coolpix 5000 mit ihren 2560 x 1920 Pixeln bei 300 dpi Bilder in der Größe von 21,6 x 16 cm - siehe die Gebrauchsanleitung. Die meisten Bildbearbeitungsprogramme sehen eine kleinere Auflösung vor, die auf Kosten der möglichen Qualität geht, daher die Behauptung, man könne mit einer 5 Megapixel-Kamera DIN A4 große Bilder drucken. Kann man, aber eben mit Beschränkungen. Daher schrieb auch Nikon im Handbuch zur Kamera einmal von den 21,5 x 16 cm großen Bildern (S. 64) und auf Seite 75 von hochwertigen Ausdrucken bis zum Format B4 (33 x 26 cm). Kommt halt darauf an, was man unter <hochwertigem> Ausdruck versteht.

Mit einem Sensor mit mehr Kapazität erhalten Sie größere Dateien mit mehr Pixeln. Damit können Sie dann auch - bei gleicher Qualität - größere Bildformate drucken oder drucken lassen. Natürlich können Sie sich auch eine Kamera mit einem 8 Megapixel oder noch mehr Pixel pro Aufnahme fassenden Sensor kaufen und weiterhin Bilder im Format 10 x 15 oder 10 x 17 cm (je nach Sensorformat) drucken, aber Sie schießen damit gleichsam mit Kanonen auf Spatzen. Vielleicht legen Sie aber auf andere Eigenschaften Wert und wollen eine Life-Style-Kamera - die Geschmäcker sind verschieden, aber auf die vorstehende Tatsache möchte ich doch verwiesen haben.

Coolpix 5000 - Frontansicht


 

Nikon Coolpix 5000 - Einfache Bedienung, sagt Nikon.

  Nikon Coolpix 5000 - Ansicht von hinten

Einfach heißt bei einer Digitalkamera mancherlei, das man im Leben normalerweise anders bezeichnet. Ein Beispiel:

Um die Bildqualität auf BASIC zu verändern,
schalten Sie die Kamera ein,
stellen den Betriebsartenschalter auf Aufnahme,
blicken aufmerksam aufs kleine Display neben dem Suchereinblick,
drücken die (na was denn sonst!) SIZE-Taste, klar erkennbar an einem pfeilartigen Symbol auf einem Druckknopf an der Kamerarückseite, gegebenenfalls mehrmals, bis das Wort BASIC links oben auf dem Monitor erscheint.

Ähnlich einfach ist die Änderung der Bildgröße:

Wiederum drücken Sie die SIZE-Taste und halten Sie gefälligst gedrückt.
Sodann drehen Sie das Einstellrad rechts oben und wählen zwischen den möglichen Bildgrößen die für die Aufnahme passende, z. B. VGA. Was Sie gerade eingestellt haben, sehen Sie auf dem Display angezeigt: leider nicht VGA, sondern die horizontale Auflösung der gewählten Bildgröße (bei VGA: 640). So beim 10. Mal werden Sie schon wissen, dass 1280 die horizontale Auflösung für SXGA und damit die optimale Bildgröße für DIN A6 symbolisiert.
Sollten Sie auch den Monitor eingeschaltet haben, steht dort rechts unten dann tatsächlich SXGA.
Sollten Sie indessen den Monitor grundsätzlich ausgeschaltet lassen, um die Betriebsdauer des Akkus zu verlängern (im Urlaub hinten in der Türkei durchaus sinnvoll), macht ja nix, schalten Sie halt den Monitor ein, indem Sie ihn ausklappen und die entsprechende Taste (mit einem schönen nichtssagenden Symbol gekennzeichnet) drücken.

Ist Ihnen das Ganze aber wirklich zu "einfach" und wollen Sie sich gerne die Möglichkeit freihalten, eine gelungene Aufnahme auch auf Papier DIN A4 annähernd formatfüllend auszudrucken, stellen Sie auf FULL SIZE/FINE. Naturgemäß passen auf Ihre Speicherkarte dann weniger Bilder. Sie dürfen bloß nicht vergessen, sie vor dem Urlaub zu kaufen. Ob Sie <hinten in der Türkei> Speicherkarten in gewohnter Auswahl und gewohntem Preis erhalten, steht in den Sternen. Bedenken Sie vor allem, eine mit FULL SIZE/FINE aufgenommene Aufnahme können Sie anstandslos auf dem PC in VGA/BASIC umwandeln, umgekehrt aber nur mit Qualitätsverlust.

Im Jahr 2009, so Sie heute noch die Coopix 5000 verwenden sollten, spielt das keine Rolle mehr, denn heutzutage gibt es für wenig Geld viel größere Speicherkarten.

Offen und ehrlich gesagt und ohne Werbedeutsch:

Ich meine, das Auflösungsvermögen des Chips in jeder 5 Megapixel-Kamera wie der Coolpix 5000 reicht gerade aus, um einen hochwertigen Ausdruck (mit bester Druckqualität des Druckers und mit Photo Paper) im Format DIN A4 bei normalem Betrachtungsabstand scharf wirken zu lassen. Scharf im Sinne einer Aufnahme auf Kleinbildfilm ist die Digitalaufnahme bei Gott nicht. Falls Sie das nicht glauben wollen, nehmen Sie eine Lupe zur Hand und schauen Sie sich den Ausdruck an oder stellen Sie die Aufnahme im Bildbearbeitungsprogramm mit 200% dar. (Der Vorgang heißt je nach Ihrem Programm ggfs. anders, möglich ist er bei allen Programmen.)

Buchstäblich jede Kleinbildkamera mit buchstäblich jedem Film liefert jedoch Aufnahmen, die sich anstandslos bis 50 x 60 cm vergrößern lassen und dann, bei vergleichbaren Bedingungen, immer noch scharf wirken. Ein niedrig empfindlicher Film, eine hochwertige Kamera, kurze Belichtungszeit - und Sie erhalten noch viel stärkere Vergrößerungen, wenn Sie wollen.

Aber wer will die Tante Mina oder Nachbars kleinen Karli schon auf einem 50 x60 cm großen Papier bewundern? Da genügen doch wohl 9 x 12 cm oder so? Daher sind schon Kleinbildfilm und durchschnittliche Kleinbildkamera um 200 Euro für die Ansprüche der meisten Anwender weitaus überqualifiziert.

Alle Digitalkameras reichen hingegen für den jeweils von der Werbung herausgestrichenen  Verwendungszweck gerade aus. Qualitätsreserven (etwa über DIN A4 bei 5 Megapixel-Kameras) gibt es aber keine. 

So einfach war die Kaufentscheidung, wenn Sie 2002 eine Digitalkamera wie die Coolpix 5000 mit einem <Einführungspreis> von 1500 Euro kaufen wollten. 

 

 Beschreibung der Bedienung

Die rein technischen Details der Kamera finden Sie auf der Website der Nikon-Vertretung Ihres Landes, im Zweifel bei www.nikon.de  auf Deutsch. Und einen umfangreichen, detaillierten Test der Eigenschaften der Kamera samt Vergleichen mit der Konkurrenz fanden Sie seinerzeit in englischer Sprache bei www.dpreview.com , doch wandern dort die Tests nach einiger Zeit in den elektronischen Orkus. Aber eine Suche mit Google liefert auch heute noch Entsprechendes.

Anstatt mich lange mit Vergleichen der Farbsättigung von Aufnahmen mit verschiedenen Kameras unter verschiedenen Lichtverhältnissen aufzuhalten, finden Sie hier an Hand einer durchschnittlichen Aufnahme unter durchschnittlichen Bedingungen die Beschreibung der Handhabung der Kamera, vom Einschalten bis zum Ausdruck des aufgenommenen Bildes mittels der mitgelieferten Software.

Einschalten der Kamera

Haben Sie Batterien und Speicherkarte eingelegt (wie, steht im  209-seitigen Handbuch zur Kamera), nehmen Sie den Objektivdeckel ab und schalten sodann die Kamera ein. Mit aufgesetztem Objektivdeckel gibt es eine Fehlermeldung - gut, bei den ersten in den USA ausgelieferten Kameras stellte die Kamera unwiderruflich den Dienst ein und musste zu Nikon/USA geschickt werden.

Nach einigen Sekunden fährt das Objektiv in Aufnahmestellung aus, die Kamera ist aufnahmebereit. Auf dem Display neben dem Suchereinblick sehen Sie die wichtigsten Aufnahmedaten.

Achten Sie auf´s Batteriesymbol links oben. Die Kamera braucht auch im ausgeschalteten Zustand Strom für die Erhaltung der von Ihnen vorgenommenen Einstellungen, nicht für die Speicherung der Aufnahmen! Daher entlädt sich die Batterie auch ohne Gebrauch der Kamera allmählich. Nur ein schwarz gefülltes Batteriesymbol garantiert, dass der mitgelieferte Akku ausreichende Kapazität hat. Ist das Symbol sozusagen nur zur Hälfte gefüllt, können Sie zwar zur Not noch einige Aufnahmen machen, aber Sie müssen den Akku so rasch als möglich aufladen oder austauschen. Daher ist der Kauf eines 2. Akkus empfehlenswert (als auf Dauer teure Alternative, eher für den Notfall: Lithiumbatterie 2CR5).

Rechts oben sehen Sie je nach Belichtungsprogramm die gewählte Zeit oder Blende, bei Einstellung auf Programmautomatik (P) die gewählte Zeit.

Links in der mittleren Zeile wird die Bildqualität angegeben, z. B. FINE.

Im Zentrum sehen Sie die Art der Blitzbelichtung. Ein Blitz ohne Zusatz bedeutet zum Beispiel, das eingebaute Blitzgerät blitzt bei jeder Aufnahme.

Links unten sehen Sie das Symbol für das eingestellte Belichtungsprogramm, z. B. P für Programmautomatik.

Unten in der Mitte sehen Sie das Symbol für die Belichtungsmessung, im Normalfall das Symbol der Matrix-Belichtungsmessung.

Rechts unten sehen Sie die Zahl der auf der Speicherkarte verbleibenden Aufnahmen bei den gewählten Einstellungen.

Die erste Aufnahme

Blicken Sie durch den Sucher. Sie sehen vom Motiv deutlich weniger als bei der Aufnahme auf dem Chip abgespeichert wird. Das ist Absicht, die Tante Mina soll auf der Aufnahme Kopf und Füße haben, daher zeigt der Sucher nicht das volle Bild. Bei Aufnahmeentfernungen von weniger als 1,5 Meter orientieren Sie sich an dem seitlich verschobenen RahmenSymbol (Parallaxe). In der Mitte sehen Sie das AF-Messfeld. Durch Druck auf die Zoomwippe rechts oben auf der Gehäuserückseite ändern Sie bei gleichem Standort den Bildausschnitt.

Drücken Sie den Auslöser. Zuerst stellt der AF scharf, die grüne LED neben dem Suchereinblick leuchtet konstant, dann wird die Aufnahme gemacht und sodann auf die Speicherkarte übertragen. Während dieses Zeitraums blinkt die grüne LED neben dem Suchereinblick. Schalten Sie dabei die Kamera aus oder entnehmen Sie die Speicherkarte, bekommen Sie Probleme. Also warten Sie.

Auf dem Display kontrollieren Sie, ob sich die Zahl der verbleibenden Bilder um 1 verringert hat. Dann ist ja alles in Ordnung.

Sie sind bereit für die nächste Aufnahme.

Wiedergabe der Aufnahmen

Dazu haben Sie mehrere Möglichkeiten. Zu allen brauchen Sie den Monitor.

Der Monitor ist das eigentlich neue. Alle Spitzenmodelle für Amateure von Nikon bis zur  Coolpix 995 hatten ein zweiteiliges Gehäuse; der Objektivteil wurde bei Aufnahmen aus Augenhöhe waagrecht gedreht, der Aufnahmeteil wurde senkrecht gehalten. Da hat halt jemand bei Nikon die Techniker zu lange unbeaufsichtigt vor sich hin werkeln lassen, zuletzt bei der Coolpix 995. Bei den relativ preiswerteren Modellen wurden vergleichsweise konservative Gestalter herangelassen, z. B. Coolpix 775, 880, 885. Der Monitor war starr an der Kamerarückseite montiert. Bei der 5000 hat Nikon endlich einen drehbaren Monitor eingebaut, der in alle Richtungen verdreht werden kann. Normalerweise ist er an die Rückwand angeklappt und damit geschützt. Sie können ihn ausklappen und drehen, so wie Sie wollen. Sie können ihn auch, mit dem TFT-Bildschirm nach hinten weisend, an die Rückwand anklappen. Den drehbaren Monitor gibt es schon lange bei Canon,  zuletzt an der G2. Nikon hat jetzt nachgezogen.

1. Möglichkeit zur Bildansicht

Auf dem Monitor sehen Sie drei Druckknöpfe. Der dem Monitorsignal gegenüberliegende Druckknopf ist die Bildkontrolltaste. Sie ermöglicht eine schnelle Beurteilung der aufgenommenen Bilder: Die Taste in Aufnahmestellung des Betriebsartenschalters drücken und Sie sehen im linken oberen Viertel des Monitors ein Miniaturbild der letzten Aufnahme. Als Vollbild sehen Sie dahinter das aufzunehmende Bild. Drücken Sie die Taste nochmals, wird die Aufnahme als Vollbild wiedergegeben. Drücken Sie die Taste ein 3. Mal, kehren Sie zur Aufnahmeansicht zurück, alternativ geschieht dies durch leichten Druck auf den Auslöser. Mit dem Multifunktionswähler können Sie sich auch andere Aufnahmen als die letzte ansehen.

In dieser schnellen, mit einem Griff möglichen Kontrolle der Aufnahmen liegt ein ganz entscheidender Vorteil der Digitalkameras gegenüber der Fotografie auf Film. Missratene oder nicht gefallende Aufnahmen können schnell gelöscht und wiederholt werden, denn das Bild können Sie durch Druck auf das Symbol mit dem Papierkorb sogleich von der Speicherkarte entfernen.

2. Möglichkeit zur Bildansicht

Mehr Möglichkeiten zur Betrachtung und Bearbeitung der aufgenommen Bilder haben Sie in der Wiedergabeansicht. Dazu muss der Betriebsartenschalter auf Wiedergabe geschoben werden.

Danach können Sie mehrere Bilder gleichzeitig löschen, den Ordner für die Wiedergabe wählen, Bilder vor dem Löschen schützen, Diashows starten, Bilder auf den PC übertragen, digitale Druckaufträge anlegen, Filmsequenzen abspielen und etliches mehr. Die Betriebsanleitung benötigt für die Erklärung der Möglichkeiten 21 Seiten.

3. Möglichkeit zur Bildansicht

Lieben Sie Kabelsalat, können Sie die Bilder auch auf dem Fernsehbildschirm ansehen, je nach Schirmgröße in mehr oder weniger überzeugender Qualität. Sie brauchen nur das mitgelieferte AV-Kabel mit der AV-Buchse des Fernsehers verbinden, die Kamera mit dem AV-Kabel und mit dem Netzgerät und dieses mit einer Steckdose und schauen sich, die Kamera in der Hand, das Fernsehbild an. Fernbedienung haben Sie nämlich keine mitgeliefert erhalten, es gibt auch keine zusätzlich. Vorher haben Sie im verschachtelten Wiedergabe-Menü noch einige Einstellungen ändern dürfen, aber das machen Sie ohnehin nur einmal (von NTSC auf das bei uns übliche PAL-System umgestellt).

 

Nicht nur Schnappschüsse

Vorteil elektronisch gesteuerter Kameras ohne mechanisch bewegte Bauteile bei der Bildaufzeichnung ist die große Vielfalt von Einflussmöglichkeiten. Dadurch haben Sie einfach mehr Varianten der Bildgestaltung zur Verfügung. Nachteil dieser Vielfalt einerseits und der doch relativ kleinen Kameras ist die teilweise Mehrfachbelegung von Knöpfen und Schaltern mit teils keineswegs selbsterklärenden Funktionen, die dem neuen Eigentümer ein genaues Studium der Betriebsanleitung abverlangen.

Mit manchen dieser Gestaltungsmöglichkeiten erreichen Sie, was man bei konventionellen Kameras durch die Wahl des geeigneten Films auch erreicht, aber eben jeweils für eine bestimmte, von der Filmlänge abhängige Zahl von Aufnahmen. Bei der Digitalkamera können Sie diese Einstellungen für jede Aufnahme ändern, weitgehend, wie Sie es bevorzugen.

Auslöseverzögerung

Bei allen digitalen Kameras, auch den neuesten Modellen, vergeht mehr Zeit zwischen dem Druck auf den Auslöser und der eigentlichen Aufnahme als bei Kameras für herkömmlichen Film. Diese Auslöseverzögerung wird einerseits durch die Dauer der Scharfeinstellung bestimmt, andererseits durch die Zeit zwischen Einschalten der Kamera und Funktionsbereitschaft. Ähnliches gilt, wenn die Kamera zwar eingeschaltet, sich aber, um Strom zu sparen, im <Sleep-Modus> befindet, der je nach Erzeuger unterschiedlich heißen mag. Bei den Neuerscheinungen ist diese Auslöseverzögerung verringert, bei relativ alten Kameras wie die Coolpix 5000 heute schon eine ist, ist sie deutlich merkbar und einfach lästig. Man kann sich meist - ein wenig - helfen, indem man den AF auf eine bestimmte Entfernung einstellt und wartet, bis das Motiv sich in dieser Entfernung befindet, man kann die Zeit bis zum Sleep-Modus verlängern - eine ideale Schnappschusskamera ist die Coolpix 5000 ebenso wenig wie es die Kameras der Konkurrenz sind. Damit muss man leben. Will man damit nicht leben, gibt es nur eines: eine digitale SLR kaufen, die heute nicht mehr wirklich teurer sind als eine vergleichbare digitale Kompaktkamera.

Empfindlichkeitseinstellung

Sie können die Lichtempfindlichkeit ändern. Im Normalfall nehmen Sie mit einer Empfindlichkeit auf, die etwa ISO 100 bei konventionellem Film entspricht. Im Menü können Sie manuell auch schrittweise auf eine höhere Empfindlichkeit einstellen, bis etwa ISO 800. Dann können Sie zwar Aufnahmen bei wenig Licht, aber mit deutlichem Rauschen machen, in der Wirkung nicht unähnlich den Aufnahmen mit einem hochempfindlichen und grobkörnigen fotografischen Film. Wahlweise können Sie auch Schwarz-Weiss-Aufnahmen machen (mit Ihrem Bildbearbeitungsprogramm machen Sie dies auch nachträglich am PC, was den Vorteil hat, dass Sie sich nachträglich und ohne Zeitdruck entscheiden können). Einer der meiner Meinung größten Vorteile digitaler Kameras ist, dass Sie bei Bedarf die Empfindlichkeit bei jeder einzelnen Aufnahme anpassen können, bei Kameras für Film entscheiden Sie sich bei der Wahl des Films für eine bestimmte Empfindlichkeit für 12, 24 oder 36 Aufnahmen - ich weiß schon, man kann auch einen teilbelichteten Film aus der Kamera entnehmen und einen Film mit passender Empfindlichkeit einlegen, aber es ist ja doch eigentlich umständlich und Sie müssen einen solchen Film extra bei sich haben.

Bildgröße und Qualität

Je nach späterem Verwendungszweck können Sie die Bildgröße und die Bildqualität ändern - bei konventionellen Kameras ändert man das nicht bei der Aufnahme, sondern bei der Weiterverarbeitung im Labor.

Sie können Nahaufnahmen machen und nach jeder Aufnahme kontrollieren, ob die Aufnahme Ihren Wünschen entspricht. Für solche Nahaufnahmen gibt es bei der 5000 eine eigene Einstellung, die Sie über die AF-Einstellung auf der Rückseite erreichen.

Blitzen

Durch Druck auf die Blitztaste ändern Sie die Blitzfunktion nach Ihren Wünschen, lassen z. B. immer blitzen oder schalten das Blitzgerät aus. Wahlweise können Sie auch ein systemkonformes Blitzgerät von Nikon oder eines anderen Herstellers verwenden. Von Nikon funktionieren alle in den letzten Jahren auf den Markt gebrachten Blitzgeräte mit der 5000. Die Blitztechnik ist allerdings äußerst simpel und nützt die Möglichkeiten der Blitzgeräte nicht aus. Von TTL-Blitzbelichtungsmessung keine Rede. Die Blitzgeräte sind zwar dafür eingerichtet, die Kamera aber nicht. Lassen Sie sich nicht täuschen, das Zusatzblitzgerät muss dennoch im TTL-Modus arbeiten. Überzeugend, nicht? Auch den Leuchtwinkel müssen Sie manuell einstellen, obgleich das entsprechende Blitzgerät an einer Nikon-SLR diesen Vorgang automatisch nachvollzieht. Immerhin, Sie haben mit dem Zusatzblitz einfach - mehr Licht zur Verfügung. Auch was wert. Da haben andere bessere Lösungen.

Weißabgleich

Mit dem manuellen Weißabgleich können Sie in besonderen Fällen die Farbwiedergabe entsprechend Ihren Wünschen und Vorstellungen und der Beleuchtung ändern, wenn Sie mit der Automatik nicht zufrieden sind. Das ist selten nötig, vor allem dann nicht, wenn Sie ihre Aufnahmen am PC bearbeiten. Dennoch, etwa bei Aufnahmen beim Licht von Leuchtstoffröhren, ist es manchmal günstig, die Farbwiedergabe schon bei der Aufnahme optimal an die Lichtfarbe der Röhren anpassen. Gleiches ist auch empfehlenswert bei der Verwendung von Zusatzblitzen von Nikon.

Änderung von Helligkeit und Kontrast

Vor allem, wenn Sie die Bilder direkt von der Speicherkarte ausdrucken, ist die mögliche Änderung der Helligkeit- und Kontrasteinstellung günstig, die Sie über das Aufnahme-Menü vornehmen können und die bei konventionellem Film nur bei der Ausarbeitung/Vergrößerung vorgenommen werden kann.

Film- und Serienaufnahmen

Durch den Wegfall beweglicher Teile in der Kamera bei der Aufnahme und durch den Entfall des Filmtransports nach jeder Aufnahme ermöglichen Digitalkameras neben Einzelaufnahmen auch die Aufnahme ganzer Filmsequenzen und von Serienaufnahmen mit hoher Aufnahmezahl pro Sekunde. Allerdings geht das auf Kosten der Größe und Qualität der einzelnen Aufnahme.

Wahlweise können Sie zunächst Standbilder mit einer Sequenz wahlweise von 3 bzw. 1,5 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Bei Porträtaufnahmen gelingt Ihnen etwa mit der Frequenz von 1,5 Bildern/Sekunde ein "Nachschuss", der vielfach natürlicher wirkt als die erste Aufnahme, auf der das Modell konzentriert und verspannt in die Kamera blickt.

Neben anderen Varianten können Sie auch eigentliche Filmsequenzen (mit Ton) aufnehmen, allerdings nur mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixel, dafür aber mit 15 Bildern pro Sekunde. Bei der Wiedergabe schaffen Sie zwar nur leicht ruckelnde Bilder, aber immerhin .....

Anwendereinstellungen

Nehmen Sie immer wieder dieselben Änderungen an den von der Kamera angebotenen Belichtungsprogrammen etc. vor, können Sie mit Vorteil diese Änderungen als Anwendereinstellung festlegen. Machen Sie z. B. immer wieder mit Zeitautomatik, Einzel-AF, Blitz und Einstellung auf geringeren Kontrast Nahaufnahmen, fixieren Sie alle diese Einstellungen in einem Anwendermenü und brauchen in Zukunft nur dieses zu wählen (ein Handgriff statt vielen verschiedenen Einstellungen).


Ausdruck von Aufnahmen  

Im Normalfall übertragen Sie Aufnahmen von der Speicherkarte der Kamera mittels USB-Kabel auf die Festplatte Ihres Computers. Alternativ können Sie die Karte der Kamera entnehmen und die Bilder mittels Kartenleser oder einem PC-Kartenfach im Computer übertragen.

Für die Verbindung der Kamera mittels Kabel ist das Programm Nikon View 4 im Lieferumfang enthalten, das Sie in der Regel mit der Bilddatenbank FotoStation Easy verwenden werden, die mit der Kamera mitgeliefert wird.

Sind diese Programme installiert und haben Sie die Kamera mit dem Computer (mittels USB-Kabel)  und Netzgerät verbunden, schalten Sie die Kamera ein und Nikon View 4 bzw. FotoStation starten automatisch. Sie übertragen alle oder bloß ausgewählte Aufnahmen auf die Festplatte Ihres PC. Diese Aufnahmen werden als ThuMegapixelnails in FotoStation wiedergegeben. Jede Aufnahme können Sie in der Vorschau vergrößert betrachten und bei Gefallen bearbeiten oder gleich drucken. Bearbeiten Sie eine Aufnahme, öffnet sie sich in einem neuen Fenster, in dem Sie den Kontrast und/oder die Farbsättigung erhöhen oder das Bild schärfen können. Von Nikon erhalten Sie nur die Sparversion des Programms ohne weitere Einflussmöglichkeiten; sie reicht jedoch für viele Zwecke aus. Sie können die geänderte Aufnahme nun speichern und bei Bedarf ausdrucken, wobei Sie die Bildgröße auf dem Standardpapierformat DIN A4 wählen können. Viel Erfolg.

Sollten Sie mit den Ergebnissen mit FotoStation nicht zufrieden sein, speichern Sie das Bild und bearbeiten Sie es in Ihrem Bildbearbeitungsprogramm (Photoshop, Corel Paint etc.). Dort haben Sie wesentlich mehr Einflussmöglichkeiten.

ZUSAMMENFASSUNG

Als die Nikon Coolpix 5000 auf dem Markt war, gab es natürlich auch andere  Kameras mit 5 Megapixel auf dem Markt, von Nikon, Minolta, Sony. Andere werden folgen. Jede ist in ihrer Art ein Kompromiss, auch die Nikon Coolpix 5000.

Von den drei damals angebotenen Kameras war sie die Kleinste. Das wird erreicht durch einen relativ kleinen Zoombereich (umgerechnet auf Kleinbild 28 - 85 mm Brennweite) und die relativ geringe Lichtstärke von 2,8 - 4,8. Sie hat auch nicht das beste Objektiv, das an den Rändern Schwächen zeigt. Ich wenigstens halte ferner das Fehlen der Möglichkeit, hochwertige Bilder im RAW-Format zu speichern, für einen Mangel, der durch das in Bildqualität HI zur Verfügung stehende TIFF-Format nicht wirklich ausgeglichen wird. Nichts gegen das TIFF-Format, bloß entstehen bei vergleichbarer Qualität wesentlich größere Dateien, die mehr Speicherplatz auf der Karte brauchen. Sowohl RAW- als auch TIFF-Formate werden praktisch immer im Computer weiterbearbeitet und nicht gleich ausgedruckt oder auf Speichermedium einem Verarbeiter übergeben. 

Die ab Juli 2002 verfügbare Nikon 5700 hatte bereits von Anfang an das RAW-Format und ein Objektiv mit größerem ZooMegapixelereich und höherer Lichtstärke. Sie hatte auch sonst noch Einiges zu bieten - Näheres finden Sie bei www.dpreview.com , doch achten Sie darauf, die Website wird ständig aktualisiert. Mit dieser Neuerscheinung war die Coolpix 5000 nicht mehr das Spitzenmodell in der Amateurreihe; die neue Kamera nahm sozusagen die Rolle des Bindegliedes zwischen den Digitalkameras für den Amateurmarkt und den Profiausführungen wie der wenig später angebotenen Nikon D100 ein.

Mich persönlich störte (und stört noch heute, aber auch bei Kameras von Nikon) die nicht immer übersichtliche Bedienung der Kameras und die Mehrfachbelegung der Tasten, aber bei einer kleinen, sehr handlichen Kamera ist wohl keine andere Lösung möglich. Darin liegt der Kompromiss, den man eingehen muss, wenn man eine - relativ - kleine Kamera begehrt. Das ist bei den Konkurrenten nicht anders.

Alles in allem lassen sich mit der Nikon Coolpix 5000 zu relativ hohem Preis, der von anfangs Euro 1648 in Österreich (Österreich ist anders, vor allem teurer) schnell gesunken ist (ab Juni 2002 z. B. auf unter 1000 Euro), für eine Digitalkamera ausgezeichnete Aufnahmen machen, die eigentlich bis zum in der Fotografie auf Film traditionellen Format 20 x 25 cm einer fotografischen Aufnahme praktisch nicht nachstehen. Mit diesem Modell ist eine Reihe von teils subjektiv empfundenen Schwächen bei der Bedienung früherer Modelle beseitigt worden.

Heute würde ich mir die Coolpix 5000 naturgemäß nicht nochmals kaufen, zu weit ist inzwischen die Entwicklung fortgeschritten. Nehmen Sie die Kamera in die eine Hand und eine preiswerte digitale SLR, sei sie von Nikon, sei sie von der Konkurrenz, und Sie werden mich verstehen können. Und nehmen Sie alternativ eine vernünftige Kompaktkamera, etwa, um nur ein Beispiel zu nennen, die Panasonic Lumix Lx-3, in die Hand, so halten Sie eine Kamera, die klein und handlich ist und dennoch Aufnahmen liefert, die auch bei kritischer Betrachtung zufriedenstellen.

Da zeigt sich der Fortschritt.

NACHTRAG:

Nikon hat nachträglich eingesehen, dass die Kamera ohne die Möglichkeit zur Aufnahme von RAW-Bildern gegenüber der Konkurrenz benachteiligt ist. Die Firma hat daher mit einem Firmware-Update die Möglichkeit geschaffen, auch Aufnahmen im (für Nikon spezifischen) NEF-Format zu machen, das Sie mit gängiger Bildbearbeitungs-Software bearbeiten können, mit der von Nikon ohnehin - siehe http://nikoneurope-de.custhelp.com/app/answers/detail/a_id/9432

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© PETER LAUSCH/2009
Geändert am 9. Mai 2009

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