Meine VOIGTLÄNDER VITESSA

 

 

ich besitze leider nur die (Billig-) Ausgabe der Vitessa ohne Belichtungsmesser und mit Color-Skopar 3,5/50 mm.

Für ihr Alter ist die Kamera (Baujahr ca. 1956) noch gut erhalten, äußerlich wie innerlich.

Wer sie vor mir besessen hat, weiß ich nicht, ich habe sie 1999 gebraucht erstanden. Der Voreigentümer war aber offensichtlich einer, der sich seine Kamera samt Bereitschaftstasche kaufte, die Kamera in den Schrank legte und bestenfalls einen Film im Jahr machte: man weiß schon: Ostern, Urlaub, Weihnachten). Ansonsten blieb die Kamera unbenützt im Schrank liegen.

Die mehr oder minder glücklichen Erben wissen sich mit einer solch altmodischen Kamera naturgemäß nichts anzufangen: kein Autofokus, kein APS, keine Belichtungsautomatik welcher Art auch immer, kein digitaler Sensor - nichts. Und der - altmodische - Film ist auch noch kompliziert einzulegen, ganz anders als eine Speicherkarte.

Also werfen sie das Altertum weg.

Vifere Erben freilich wissen, dass es so Leute gibt, die stehen auf alte Kameras und so landete diese Vitessa bei einem auf Altkameras spezialisierten Händler - und schließlich bei mir.

Ich bin kein Händler und kein Sammler, ich bin bloß einer, der mit solchen alten Kameras dann und wann gerne fotografiert und sich darüber freut, dass ich mit ihnen einwandfreie Bilder machen kann - auch ohne den ganzen technischen <Fortschritt>.

Falls meine Vitessa dann noch funktioniert (Männer gelten mit 50 Jahren schon als alt!), mir nicht auf den Boden fällt und irreparabel beschädigt wird etc., dann werden irgendwann in der Zukunft meine - unglücklichen - Erben einen Abnehmer für meine Vitessa finden müssen. Den Händler, bei dem ich sie gekauft habe, gibt es längst nicht mehr, aber irgendwer wird sich schon finden. Das habe ich 2004 geschrieben. Heute (2014) würde ich das nicht mehr schreiben, sondern einfach raten: Wegwerfen.

 

 

 

© PETER LAUSCH/2004
Geändert am 12. März 2014

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