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Schorndorf, 2007

 

Eine Leicaausrüstung aus dem Jahre 1971 mit MDa und Visoflex I:

Aus dem Labor einer Klinik stammt diese Ausrüstung, deren Kernstück eine in diesem Labor ausgeschiedene MDa Nr. 1286017 aus dem Jahre 1971 bildet. Das Gehäuse schaut absolut unbenutzt aus und ist lag beim Erwerb wie neu iin der originalen Schachtel. Der Verkäufer konnte sich auch nicht erinnern, dass jemals mit dieser Kamera gearbeitet worden ist. Ihm war es zu mühsam, mit dieser Ausrüstung zu fotografieren. Daher hat er sie verkauft.

Zur Kamera gehörte ein Visoflex 1  Nr. 18864 samt Winkel- und einem Lupensucher, einem passenden Balgengerät samt Objektivkopf eines Elmar 4/135 Nr. 1802488, samt Adapter. Der für einen sinnvollen Einsatz mit dem Visoflex I erforderliche Doppel-Drahtauslöser fehlt. Die Ausrüstung ist voll funktionsfähig.

Aber es stimmt natürlich, dass das Fotografieren mit einem Visoflex-Spiegelreflexansatz heutzutage als eher mühevoll empfunden wird. Aufnahmen, für die diese Ausrüstung einst beschafft worden ist, macht man heute unvergleichlich einfacher, wenn auch nicht in besserer Qualität, mit einer digitalen SLR - die sofortige Verfügbarkeit der Ergebnisse ist nur ein Vorteil moderner Technik.

Andererseits ist diese Ausrüstung ein schönes Beispiel für die ehemals vielgelobte Vielseitigkeit der Leica: Weil man für Aufnahmen ausschließlich am Visoflex keinen Sucher und keinen Entfernungsmesser braucht, hat Leitz damals auch sucherlose Leicas angeboten, nicht nur die abgebildete MDa, sondern vorher die MD und später dann, als letzter dieser Versionen, die MD-2. Mit dem Balgengerät und den (abschraubbaren) Objektivköpfen von Objektiven wie dem Elmar 4/135 ließen sich je nach Bedarf Nahaufnahmen anfertigen als auch, je nach Einstellung des Balgengerätes, auch Aufnahmen von Landschaften etc. Nachteil war, damals wie heute, die im Vergleich mit SLRs umständliche und zeitaufwändige Bedienung, die etwa Schnappschüsse weitgehend verhindert hat. Man denke nur: 1. Einstellung der Schärfe an Hand des Bildes auf der nicht eben hellen Mattscheibe des Visoflex möglichst bei offener Blende, 2. Schließen der Blende auf die Arbeitsblende, mit der die Aufnahme erfolgen soll, Auslösung mit Hilfe eines speziellen doppelten Drahtauslösers (der so justiert worden war, dass unmittelbar vor Verschlussauslösung in der Kamera der Spiegel des Visoflex hochklappt), 3. Nach der Aufnahme - nichts, denn der Spiegel klappt erst bei den späteren Modellen des Visoflex nach der Aufnahme von selbst wieder herunter.

So wie die MD und die MD-2 hat auch die MDa auch heute noch ihre Berechtigung auf bestimmten Aufnahmegebieten; für kurzbrennweitige Weitwinkelobjektive, z. B. 15, 19, oder 21 mm braucht man keinen Entfernungsmesser und passende Aufstecksucher gibt es zuhauf. Das erklärt, dass eine schöne, gut erhaltene MDa wie die unten abgebildete leicht bis zu € 800 kosten kann.


 

 

 

© Peter LAUSCH, 2007
Erstellt am 23. Juli 2007
 

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