PLAUBEL MAKINA
 

Hinweis:

Diese Webseiten befassen sich allgemein Spreizenkameras von Plaubel, mit Schwerpunkt Plaubel Makina III und IIIR und Plaubel Makina 67.

 Plaubel Makina III und IIIR:

Unter Beibehaltung der äußeren Form unterscheidet sich diese Kamera vom Vorgängermodell Makina IIS (das S steht für <schneller Objektivwechsel>)) durch die voll auswechselbaren Objektive, die sämtlich vor dem Zentralverschluss sitzen. Dieses, von 1949 bis 1953 gebaute Kamera stellt sicherlich den Höhepunkt der Modellreihe dar. Daran ändert auch nichts die ab 1956 gebaute Makina IIIR, die sich von der III durch den in der IIIR eingebauten Rapid Compur Verschluss mit Belichtungszeiten von 1 – 1/400 Sekunde, sowie B und T sowie der Blitzsynchronisation mit X und M unterscheidet. Mit diesem neuen Verschluss war es somit möglich, mit den geeigneten Blitzbirnen auch bei Belichtungszeiten bis 1/400 Sekunde zu blitzen (für Elektronenblitzgeräten war dies bei Zeiten bis 1/400 Sekunde mit Einstellung auf X ohnehin schon bei der Makina III möglich gewesen). Auf den Rapid Compur wird mittels des R in der Modellbezeichnung verwiesen.


 

Die wichtigsten Bedienungsschritte:

 

    1. Entscheiden Sie sich, ob Sie eine Plattenkassette, eine Kassette für Planfilme, eine Filmpackkassette oder einen Rollfilmrückteil (gab es für die Aufnahmeformate 6x9 cm, 4,5x6 cm und Kleinbild) verwenden wollen.

    2. Reicht Ihnen die kürzeste Belichtungszeit des Zentralverschlusses nicht? Dann setzen Sie stattdessen den separat lieferbaren Zentralverschluss an, der Zeiten bis 1/1000 Sekunde ermöglicht. An diesen wiederum setzen Sie die unter 1. genannten Zusatzteile an. Allerdings stimmt durch die Dicke des zwischengeschalteten Verschlusses die Entfernungseinstellung mittels Entfernungsmessers nicht mehr – die Schärfe müssen Sie in diesem Fall bei geöffnetem Zentralverschluss auf der hinten angesetzten Mattscheibe festlegen und diese dann durch den passenden Rückteil für die eigentliche Aufnahme ersetzen.

    3. Drücken Sie die Raste 9 und ziehen Sie den Objektivträger nach vorne, bis die beiden Spreizen sicher einrasten

    4. Klappen Sie Vorder- und Hinterteil des Suchers auf. Alternativ können Sie auch den Rahmensucher verwenden. Dazu klappen Sie den Metallbügel auf und das Suchervisier auf der Rückseite der Kamera (siehe Abbildung unten) auf.

    5. Mit den drehbaren Ringen 6 und 7 stellen Sie die Belichtungszeit bzw. die Blende ein.

    6. Blicken Sie bei Verwendung des Standardobjektivs Anticomar 2,9/100 mm durch den Einblick des Entfernungsmessers (17 auf der Abbildung unten) und stellen Sie das Motiv durch Drehen des Rades (15) scharf. Auf dem Objektiv gibt es keine Entfernungseinstellung! Die Einstellung der Entfernung erfolgt durch Verschiebung des Objektivträgers mittels des Rades (15). Verwenden Sie an Stelle des Normalobjektivs ein Tele- oder Weitwinkelobjektiv, stellen Sie mittels des Entfernungsmessers die richtige Entfernung ein und drehen Sie danach das Rad (15), bis die entsprechende Entfernung auf der jeweils passenden Entfernungsskala (20, 21, 22) eingestellt erscheint – siehe Abbildung unten. Gleiches gilt bei Verwendung des Schlitzverschlusses. Die Objektive wechseln Sie übrigens, indem Sie sie an der Fassung halten und etwa eine halbe Drehung gegen bzw. im Uhrzeigersinn machen

    7. Legen Sie den Bildausschnitt im Sucher fest

    8. Spannen Sie den Verschluss mittels des Hebels (10). Unterlassen Sie jedoch das Spannen des Verschlusses unter allen Umständen bei Einstellung auf B und T – Sie würden den Verschluss beschädigen.

    9. Drücken Sie den Auslöseknopf (4). Das war’s dann. Hat alles funktioniert, haben Sie eine richtig belichtete Aufnahme des Motivs gemacht. Wechseln Sie bei Bedarf den Platten- oder Filmhalter aus bzw. transportieren Sie den Film in der Kassette durch Knopfdrehung  um ein Bild weiter und vergessen Sie nicht, den Verschluss zu spannen.

 

Tipps für den Kauf:

Wollen Sie Ihre Makina in die Vitrine stellen und sonst nichts, achten Sie auf einen möglichst guten Erhaltungszustand – je schöner, desto begehrter, gilt auch bei Kameras. Achten Sie auch darauf, dass Sie eine vollständige Kamera erhalten; dazu gehört z. B. Mattscheibe und Plattenkassette. Plattenkassetten gibt es nicht nur in unterschiedlichen Größen, auch der Falz an Kamera und Platte ist je nach Fabrikat unterschiedlich – die Kassette sollte passen. Probieren Sie es aus.

Wollen Sie zusätzlich auch noch ausprobieren, wie die Bilder mit einer funktionsfähigen Makina ausfallen, nützt Ihnen eine Plattenkassette nichts, denn Platten gibt es buchstäblich nirgends mehr zu kaufen. Auch eine Filmpackkassette wird Ihnen nichts nützen, denn Filmpacks sind vor etlichen Jahrzehnten vom Markt verschwunden. Passende Planfilme gibt es noch, eine Planfilmkassette sollte es diesfalls sein. Oder ein Rollfilmhalter fürs Format 120 (Aufnahmeformat 6x9 cm). Selten ist auch die Einlegemaske für 4,5x6 cm dabei, aber notwendig ist sie ja nicht wirklich. Sie brauchen sie nur, wenn Sie auf Rollfilm 120 unbedingt 16 Bilder im Aufnahmeformat 4,5x6 cm aufnehmen wollen.

Alternativ können Sie auch den Filmhalter für Kleinbild verwenden, wenn Sie sich, so nicht mitgeliefert, eine passende Maske für den Sucher anfertigen (gilt auch für 4,5x6 cm). Mit dem Kleinbildhalter wird allerdings die Makina zu einer Art Tele-Makina.


Eine umfangreiche Ausrüstung mit Makina III, Wechselobjektiven,
Filtern, Plattenkassetten und Filmmagazin für Kleinbildfilm
 
© Leicashop Wien

Und der Preis?

Eine schön erhaltene und funktionierende Makina IIIR kann Sie bis ca. 900 € kosten. Teurer sollte sie nicht sein.

 

Peter Lausch
Erstellt am 12. Juli 2006
Rechtliches

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