PETER LAUSCH - IRLANDREISE 2007 | drumcliff 13/40
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Grab des Nobelpreisträgers für Literatur W. B. Yeats auf dem Friedhof von Drumcliff

1939 starb W. B. Yeats in Südrankreich, wurde zunächst dort auch begraben und 1948 nach Irland überführt, wo er wunschgemäß auf dem Friedhof von Drumcliff in einem schmucklosen Grab beigesetzt wurde. Dieses Grab ist seinerseits zu einer Sehenswürdigkeit geworden, tausende von Touristen besuchen es jedes Jahr. Aber nicht nur Neugierige sind es, die den Hinweisen in ihren Reiseführern folgen (das Grab ist als Sehenswürdigkeit schon deshalb beliebt, weil sich unmittelbar daneben neuerdings ein ausreichend großer Busparkplatz befindet, was man von anderen Sehenswürdigkeiten leider nicht immer sagen kann!), auch die Zahl jener, die aus Verehrung für den Dichter kommen und kränze und Buketts niederlegen, ist nicht gering. In der angrenzenden protestantischen Kirche hat man ein kleines Museum eingerichtet, vom Fremdenverkehrsverband subventioniert. Denn Yeats ist, auch und vor allem seit seinem Tod, sozusagen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Einerseits hatte er die Eigenart, über viele Orte in der Umgebung Sligos Gedichte zu schreiben - so kann man nun den Ort besuchen, dem Yeats sein Gedicht jeweils gewidmet hat. Dooney Wood  und die Isle of Innisfree am Südufer des Lough Gill gehören dazu, aber auch der Wasserfall von Glencar am gleichnamigen See. Andere Gedichte wiederum beschreiben wenn schon nicht bereits im Titel, so doch inhaltlich konkrete Orte, wie etwa Lissadell House. Das lässt sich kommerziell durchaus nutzbringend verwerten.

Dabei war Yeats eine durchaus komplexe Persönlichkeit mit allerlei Ängsten vor Nachtmaren und anderem, einer lebenslangen Neigung zu theosophischen und esoterischen Ideen, ein Verehrer einer Madame Blavatsky, die unter ihresgleichen nicht ohne ist. Viele seiner Gedichte legen von diesen weniger erwähnten Charakterzügen Zeugnis ab. Auch der bekannte Vers auf seinem Grabstein ist nicht so einfach zu interpretieren, wie das gerne geschieht:

Cast a cold Eye
on Life, on Death,
Horseman, pass by.

Denn die Horsemen waren in Yeats nächtlichen Fantasien dunkle Schattengestalten und wer das ganze Gedicht <Under Ben Bulben> liest, gewinnt bei der Lektüre durchaus einen Einblick in Yeats Denkungsweise, seine Ängste, seine Albträume.

 

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