PETER LAUSCH - IRLANDREISE 2007 | austie 9/40
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Austie's Pub in Rosses Point

Der <Austie>, der dem Pub den Namen gab, war ein australischer Matrose, den das Leben nach Rosses Point verschlagen hatte und der ein recht uriges Lokal betrieb. Ich habe ihn vor vielen Jahren noch erlebt, einen zahnlosen, eine Pfeife mit übelriechendem Tabak rauchenden, wirrköpfigen Alten, der sich zu mir setzte und mich beim Biertrinken mit unverständlichem Gerede störte. Nicht nur sprach er anscheinend die australische Abart der englischen Sprache, mangels Zähnen nuschelte er auch gewaltig. Er hätte auch Suaheli mit mir reden können. Aber um nicht unhöflich zu erscheinen und ferner, um mein mangelndes Verständnis nicht eingestehen zu müssen, sagte ich halt bei passender Gelegenheit Ahem, Oh Ah, Äh und dergleichen. Austie war mit mir absolut nicht zufrieden, mit einer unzweifelhaft abschätzigen Gebärde nahm er sein Glas und ging an seinen Platz hinter der Theke zurück.

Austie ist längst schon tot. Immerhin, sein Pub besteht noch. Egan's Shop indessen, wo ich einst schrumpelige Orangen bei einer steinalten Frau kaufte, ist zu einem Einfamilienhaus umgebaut; Hacketts Bar, seinerzeit das erste und daher auch beste Hotel von Rosses Point, steht zum Verkauf; Myra Bruen's Bed and Breakfast wurde von der Tochter (und glücklichen Erbin) unverzüglich nach dem Tod der Mutter abgerissen und durch ein Appartmenthaus ersetzt, Boyer's Shop ist längst verschwunden und durch ein Appartmenthaus ersetzt - das chinesische Restaurant im Erdgeschoß ist kein Restaurant mehr, aber immerhin verkaufen sie am Abend dort noch Fertigmenüs, die man dann daheim verspeisen kann.

So ändern sich die Zeiten. Immer zum Besseren?


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