EINLEITUNG

 

Eigentlich, eigentlich wollte ich ja nach Irland mit meinem eigenen Auto fahren. Das Auto war startklar gemacht, sogar gewaschen, die Fähre von Roscoff in der Bretagne nach Cork längst gebucht, die Packliste bereits erstellt: da erreicht mich eine Mail der Reederei. Infolge eines Programmfehlers könnten sie zwar mein Auto transportieren, die für mich bestimmte Kabine indes sei bereits an andere vergeben. Allerdings, wenn ich wollte, sie würden mich, gegen Bezahlung, in einer 6-Bett-Kabine (tief im Bauch der Fähre, unter der Wasserlinie, aber das haben sie natürlich nicht geschrieben) unterbringen können. In dieser einen Kabine sei noch ein Bett frei.

Derlei Kabinen kenne ich: fensterlos, 3 Stockbetten, keine Ablagen, 1 Schlüssel für 6 Leute (daher bleibt die Kabinentür unverschlossen), mindestens ein Schnarcher und einer mit Schweißfüßen, WC auf dem Gang (für mehrere 6-Bett-Kabinen). Und hat man Pech, gibt es in der Kabine auch noch einen Säugling, der die halbe Nacht plärrt, als solle er abgestochen werden – die Passagiere, mit Ausnahme der Eltern, wälzen allerlei dunkle Gedanken, das fühlt er offenbar, der lautstarke Säugling.

Ich maile zurück: Danke nein, ich will unter diesen Umständen nicht mitreisen, mein Auto auch nicht, also bitte, Geld zurück und eine Entschädigung.

Angesichts der üblichen Transportbestimmungen (dem Kleingedruckten, das kein Mensch liest) geschieht ein Wunder: Sie werden den Preis erstatten. Außerdem bekomme ich einen Gutschein, einzulösen bei einer weiteren Passage im Jahre 2006. Den Gutschein könnte ich mir an den Hut stecken, trüge ich Hüte, denn mehr als einmal jährlich fahre ich nicht nach Irland.

Bei der Heimkehr stelle ich fest, sie haben den Preis tatsächlich ohne Abzug rückerstattet und der Gutschein ist auch schon da.

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So eile ich denn am Tag vor der geplanten Abreise ins nächste Reisebüro: Fly & Drive will ich buchen, kommt billiger als ein Flugticket zu kaufen und gesondert ein Auto zu mieten. Wider Erwarten hat die Aer Lingus in ihrem Airbus A321 noch einen Platz für mich zum gewünschten Termin frei und mehr noch, ein Mietwagen bei Hertz wird auch bestellt. Und zum Drüberstreuen wird auch noch ein Hotel in Flugplatznähe für die letzte Nacht gesichert – denn ach, Aer Lingus fliegt ab Dublin um 06,30 am Morgen. Ich muss daher den Mietwagen schon am Vortag zurückgeben und nicht am Tag der Abreise, denn Hertz sperrt die Wagenannahme erst um 06,00 am Morgen auf.

Meine Irlandreise beginnt daher am 22. Mai 2006. Sie endet am Pfingstmontag.

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Alles glatt gegangen, sonst würden Sie dies nicht lesen können.

Dennoch erlebt man auf solch einer Reise manches, an das man sich gerne erinnert. Ich habe deshalb meine Reiseerlebnisse aufgeschrieben – vielleicht nützen sie auch Ihnen bei der Planung Ihrer Reise.

Zur Vermeidung von möglichen Missverständnissen:

Dies ist kein Reiseführer, ich schildere von meinem subjektiven Standpunkt das, was mir gefallen hat und das, was nicht. Sind Sie nicht meiner Meinung, lesen Sie nicht weiter: ich kann meine Erlebnisse für diesen Bericht nicht anders bewerten, als ich es für richtig halte.

Und noch etwas: Bestimmte Aspekte interessieren mich, andere nicht. Über Lachsfischerei und die dafür am besten geeigneten Seen werden Sie bei mir nix lesen, leider. Über die Vorzüge, mit einem Pferdewagen durch die Gegend zu reisen, auch nichts – mehr darüber im Bericht. Und altersbedingt kann ich Ihnen leider auch nichts berichten über die Lokale in Galway und anderswo, in denen man sich möglichst billig besaufen kann – viele tun es (das Besaufen). Insofern ist dieser Reisebericht sozusagen jugendfrei.

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Wo ich überall war, sehen Sie im Inhaltsverzeichnis. Falls Sie aber Tag für Tag den Ablauf meiner Reise nachvollziehen wollen, lesen Sie diesen Bericht doch vom Anfang bis zum Ende.

Möglichst viel Vergnügen wünsche ich, oder zumindest viel Geduld und Nachsicht bei den schriftlichen Ergüssen eines alten Mannes.

Bitte schreiben Sie mir auch keine empörten Mails wegen meiner Einstellung zu Wirtschaftsflüchtlingen aus Afrika etc.: Ich geb’s ja zu, ich bin kein Gutmensch.

PS: Im Reisebericht fehlen noch Bilder - ich füge sie so rasch als möglich ein, aber aus Aktualitätsgründen wollte ich den Bericht rasch im Internet publizieren.

 

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Erstellt am 15. Juni 2006

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