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Einleitung Dies ist der Reisebericht über meine Irlandreise im Juni 2003. In diesem Reisebericht, eher einem Reisetagebuch, erzähle ich, was ich in Irland erlebt habe, aber auch, was mir dabei eingefallen ist. Was man erlebt, hängt davon ab, was man ist. Wäre ich ein 20-jähriger Rucksacktourist, ich hätte Anderes erlebt als mit meinem Alter. Solche Berichte gibt es zuhauf. Das bedeutet aber auch, dass Sie es mit einem ganz persönlich gefärbten Bericht zu tun haben, der halt meine Sicht der Dinge und meine Meinung über diese Dinge wiederspiegelt, natürlich auch mich selbst, meinen Sarkasmus, aber auch meine Liebe zu Irland. Sie werden Ihren Urlaub anders erleben oder erlebt haben. Sie werden über manches auch anders denken als ich. Nehmen Sie es hin, als meine subjektive Meinung, mehr als das ist dieser Bericht nicht. Natürlich werden Sie auch diese oder jene Information finden, die Ihnen nützlich ist - seien Sie vorsichtig, nicht alles, was Sie da lesen, ist ernst gemeint. Ich bin aber sicher, Sie werden die Tatsachenmitteilungen von den Ausflüssen meiner Spottlust unterscheiden können. Bei der Beurteilung von Menschen ist man manchmal besonders nachsichtig und sieht deren Fehler nicht, die alle anderen Mitmenschen in aller Deutlichkeit wahrnehmen. Andererseits sieht man in manchen Fällen die Dinge auch zu kritisch, weil man einen zu hohen Maßstab an Menschen anlegt, die man liebt. Ob man sich in einem fremden Land und unter seinen Bewohnern wohlfühlt oder nicht, hängt vom eigenen Standpunkt ab. Aber in Vielem urteilt man über fremde Länder und deren Bewohner so wie über geliebte Menschen: manch einer ist blind für die weniger schönen Eigenschaften, der andere wieder zu kritisch, er sieht Auswüchse und kritisiert sie, die anderen gleichgültig sind und die sie kommentarlos hinnehmen. Zu den Dingen, an die man sich in Irland als älterer Mensch erst gewöhnen muss, ist, dass das Land kaum mehr den Stereotypen Vorstellungen von "Romantic Ireland" genügt, die in deutschsprachigen Ländern vielfach auf dem Irlandbild (aus den 50er- und den frühen 60er-Jahren) beruhen, das Böll mit seinem "Irischen Tagebuch" vermittelt hat. Das ist heute, 40 Jahre später, wirklichkeitsfremd, sofern es so jemals stimmte. Für den Touristen mag ja das strohgedeckte Cottage romantisch sein, für die Bewohner war es das aus vielen Gründen nicht. Kleine Räume, feucht, schlecht beleuchtet, mit Torffeuer kaum heizbar, kein Fließwasser, keine sanitären Anlagen im Haus sondern ein Plumpsklo draußen, schaut man genauer, bleibt von Romantik nicht viel über. Die Millionen irischstämmigen Menschen, die heute in alle Welt verstreut leben (einer neuen Diaspora gleich), werden wohl Gründe gehabt haben, ihr Land zu verlassen, in dem sie ihren Lebensunterhalt nicht verdienen konnten. Das hat Böll, der ja bloß die Sommer als - vergleichsweise reicher - Tourist in Irland verbrachte, nicht gesehen oder nicht geschrieben. Das Irland von heute ist ein modernes Land. Manches ist in den letzten Jahrzehnten auf der Strecke geblieben: die überwältigende Gastfreundschaft ist vielfach kaltem Kommerzdenken gewichen, an den Sehenswürdigkeiten wollen manche mitverdienen, die Verbrechensrate steigt. Auch auf dem Lande ist es nicht mehr ratsam, die Haustür offen zu lassen, wenn man das Haus verlässt. Fortschritt bringt immer auch Nachteile mit sich. Manche Besucher werden davon enttäuscht sein; jedes nachgemachte Cottage, jeder auf alt getrimmte Pub mit Strohdach ruft Entzückensschreie hervor. Mag sein, ich bin davon nicht immer frei. Doch das Irland von heute ist kein Auswanderungsland mehr, im Gegenteil. Mag sich auch die Bauweise der Wohnhäuser gewandelt haben, der Straßenverkehr stärker als früher, die Bedienung im Restaurant weniger freundlich, eines ist geblieben: die unvergleichliche Landschaft ist so schön anzusehen wie früher, das kulturelle Erbe gleichgeblieben. Irland ist ein schönes Land, eine Reise wert. Bloß das Wetter spielt nicht immer mit, leider. Denn niemals ist das Land schöner anzusehen, leuchten die Farben stärker als bei strahlendem Sonnenschein, der Himmel ein tiefes Blau, über das ein paar kleine Haufenwolken ziehen. Ob ich Ihnen das vermitteln kann? Ich hoffe es. Zum Inhaltsverzeichnis (wird nachgeführt, abhängig von meinen Fortschritten beim Schreiben.
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1.6
2.6 3.6
4.6 5.6
6.6 7.6
8.6 9.6
10.6 11.6
12.6 13.6
14.6 |
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Erstellt am 3. Juli 2003 © 2003
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