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Ein Reisebericht von Peter Lausch

 

4. Teil: Luisium

Dem damaligen Erbprinzen von Anhalt-Dessau, dem nachmaligen Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau schenkte sein Onkel ein als Vogelherd bezeichnetes Gelände nordöstlich von Dessau samt entsprechenden Unterkünften. Ab 1774 wurde dort statt dessen ein kleines <englisches> Landhaus gebaut. Nach der Fertigstellung schenkte 1780 der nunmehr regierende Fürst Franz (so wird er abgekürzt meist bezeichnet) das Gelände seiner Gattin Luise dieses Landhaus und einen Teil des Geländes, die es fortan für Repräsentationszwecke benützte. Unter anderem empfing sie dort Goethe, als dieser Dessau besuchte. Man kann es Goethe im Rahmen einer Führung nachmachen: das Gebäude kann besichtigt werden und mehr noch, wesentliche Teile der Inneneinrichtung sind ebenso erhalten geblieben wie die zarte Farbgebung der Räume.

Noch schöner vielleicht ist der Anblick der Gartenanlagen im Süden des Landhauses. Vom Parkplatz aus (die Zufahrt ist ausgeschildert) gelangt man in den südlichen Gartenbereich und vorbei an einem Gartenpavillon (der als Ferienwohnung gemietet werden kann) zu einem zum Landhaus führenden langgestreckten Teich mit schönen Ausblicken aufs Landhaus und auf eine hölzerne Bogenbrücke – sie ist sozusagen auf allen Postkarten abgebildet. Ebenso beliebt ist der Blick von der Eingangstür an der Südfassade: entlang einer Sichtachse blickt man nach Süden zur Jonitzer Pfarrkirche mit ihrem obeliskenartigen Turmaufsatz.

In den damals entlegenen Garten zog sich Franz I. nach dem Tod seiner Gattin Luise zurück und überwachte von dort aus den Bau der Grabanlage für seine Gattin in der Pfarrkirche. Dort wurde auch er begraben. Sicherlich eine leicht makabre Vorstellung, im eigenen Wohnzimmer zu sitzen und auf sein eigenes Grab zu blicken. Memento mori …..

Das Luisium ist meiner Meinung die wohl schönste Gartenanlage des Gartenreiches. Es ist intimer als Wörlitz und das Landhaus selbst ist das in seinen klaren Proportionen wohl schönste Bauwerk.

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Peter Lausch
Erstellt am 3. August 2006
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