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2-äugige
Contaflex mit Sonnar 2,0/50
© Leicashop Wien
Die Leica hat ab
1925 das Kleinbildformat populär gemacht. Der Erfolg der Leica ließ
Zeiss Ikon nicht ruhen. Mit der Contax wurde 1932 ein
konkurrierendes Modell einer Kleinbildkamera auf den Markt gebracht:
die Contax (I).
Zu meiner
kleinen Contax-Geschichte hier.
Zusätzlich versuchte sich Zeiss Ikon unter Verwendung von
Bauteilen der Contax an einer 2-äugigen SLR, mit welcher das Prinzip
der Rolleiflex aufs Kleinbildformat übertragen wurde: der ersten
Contaflex, die mit der 1953 vorgestellten einäugigen
Spiegelreflexkamera mit Zentralverschluss nur den Namen gemeinsam
hat.
Genau genommen besteht die Contaflex aus zwei Teilen, wie auch
aus der Abbildung ersichtlich wird: dem Parterre auf der Basis der
Contax, von welcher der Verschluss und die Filmführung übernommen
wurden, leider nicht das Bajonett. Die Contaflex ist zwar für
Wechselobjektive eingerichtet, von denen es ursprünglich 6, ab 1937
8 verschiedene gab. Die Objektive zur Contax passten nicht an der
Contaflex, konnten aber umgebaut werden. Lichtstärkstes Objektiv war
das Sonnar 1,5/50, Weitwinkelobjektive gab es ab 35 mm, das Objektiv
mit der längsten Brennweite war das Sonnar 4/135 mm.
Sozusagen im 1. Stock findet sich dann der Reflexsucher. Das fest
eingebaute Sucherobjektiv hat eine Brennweite von 80 mm, sodass das
Bild auf der Mattscheibe je nach Brennweite größer oder kleiner ist
als das tatsächlich aufgenommene Bild. Vorteil ist bei Aufnahmen mit
Weitwinkelobjektiven die kleinere Tiefenschärfe dieses 80 mm -
Objektivs und damit die leichtere Scharfstellung auf der damaligen
doch eher dunklen Mattscheibe (obgleich wie bei der Rolleiflex das
Sucherobjektiv immer das Bild bei offener Blende zeigt. Zeiss Ikon
hat damals übrigens von einem "Mattscheiben-Entfernungsmesser"
geschrieben. Die ganze Mattscheibe zeigt das Bildfeld des
50mm-Objektivs, die in die Mattscheibe eingeritzten beiden Rahmen
das Bildfeld für Wechselobjektive mit 85 und 135mm Brennweite. Zur
leichteren Scharfstellung dient eine aufklappbare Lupe. Das Bild auf
der Mattscheibe wird seitenverkehrt wiedergegeben. Um diesen Mangel
zu beseitigen, dient der Albada-Sucher. Das ganze Sucherbild zeigt
die Abbildung mit 35 mm-Weitwinkelobjektiv, die beiden eingeritzten
Sucherrahmen das Sucherbild für 50 und 85 mm Brennweite.
Die Contaflex war die erste Kamera der Welt mit eingebautem, aber
ungekuppelten Selen-Belichtungsmesser. Die Contaflex war ferner die
erste Kamera mit Schlitzverschluss, in die ein Selbstauslöser
eingebaut war.
Kommerziell erfolgreich war die Contaflex nicht, sie wurde nur in
kleinen Stückzahlen gebaut, sagt man, ohne dass ich bisher
Stückzahlen gelesen hätte. Infolgedessen ist die Contaflex heute bei
Sammlern von Zeiss-Ikon-Kameras eine sehr begehrte Kamera, was sich
in stetig steigenden Preisen auswirkt. Die abgebildete sehr schön
erhaltene und voll funktionsfähige Kamera kostet über 3000 US-$. Wie
bei jeder Sammlerkamera sind weniger gut erhaltene Exemplare für
bedeutend weniger Geld zu erhalten, aber leider auch bedeutend
weniger begehrt.
Technische
Daten der abgebildeten Contaflex:
2-äugige SLR für
Kleinbildfilm, Belichtungszeiten 1/2 - 1/1000 Sekunde und B,
Mattscheiben- und Albada-Sucher. Normalobjektive: Tessar 2,8/50,
Sonnar 2,0/50 bzw. 1,5/50, Weitwinkelobjektive: Biogon 2,8/35 und
Orthometar 4,5/35 (beide erst ab 1937 lieferbar), Teleobjektive:
Triotar 4/85, Sonnar 2,o/85 und Sonnar 4/135, Tausch der Rückwand
gegen speziellen Plattenadapter möglich (letzterer extrem selten!).
Seinerzeitiger Kaufpreis mit Sonnar 2,0/50: RM 630.-, mit Sonnar
1,5/50: RM 765.-. Das hat in etwa 2 Monatsgehältern eines
Facharbeiters entsprochen. Erzeugt von 1935 - 1939.
Hinweis:
Infolge ihrer Seltenheit sind Unterlagen spärlich. Sollten Sie
mir mit Prospektmaterial oder Rezensionen aushelfen können,
schreiben Sie mir bitte.
Ich bin kein
Händler. Ich verkaufe nichts, ich kaufe nichts.
Geändert am
7.1o.2003
Falls Sie Fragen
haben:
peter@lausch.com
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