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Freitag, 9. Juni 2000
   Um 20 Uhr mache ich mich auf die Reise nach Irland. Zunächst wird es bis Cherbourg in der Normandie gehen. Dort wird Pfingstmontag um 18 Uhr hoffentlich das Schiff Normandy der Irish Ferries ablegen und mich, mein Auto und sonst auch noch mehrere hundert Leute mit ihren Siebensachen über Nacht nach Rosslare Harbour bei Wexford in Irland bringen.
   Vor der Abfahrt bin ich noch prüfend durch die Wohnung gegangen. Der Haufen Gepäck ist verschwunden und im Auto verstaut. Ich habe nichts vergessen, hoffe ich. Die Katze ist gefüttert, Futter für den nächsten Tag steht bereit. Sie ist dennoch beleidigt und bleibt beharrlich im Bücherkasten hinter den Büchern versteckt. Das tut sie seit Tagen, sie ist nämlich nicht dumm, sie weiss, was der Haufen Gepäck bedeutet. Schliesslich hat die das auch schon etliche Male mitgemacht.
   In der Neuen Donau vor meinem Fenster sind keine Schwimmer mehr zu sehen, obwohl es noch immer heiss ist. Das Kind des Inders in der Wohnung über mir wirft sich zu Boden. Das tut es schon seit Jahren, ohne sichtbare Schäden davonzutragen. Sie wird dieses Vergnügens nicht müde, trotz zunehmendem Alters. Daher wird das Geräusch des Aufpralls ihres Körpers mit den Jahren lauter, kommt mir vor. Oder werde ich empfindlicher?
   All das wird sich in meiner Abwesenheit nicht ändern. auch nicht das Gequake der Politiker in den Fernsehnachrichten. Dass die Frau Außenministerin irgendwo nicht eingeladen wird und sich daher ihr Nachtmahl von ihren fetten Bezügen selber kaufen muss, die wir Steuerzahler ihr - nicht freiwillig - zahlen, wem stört das außer die Frau Außenminister und die Leser der billigen Massenzeitungen in Österreich? Was in diesen Blättern steht, ist wahr und das glaubt man unbesehen. Ist billig, bequem und erspart das Nachdenken.
   Im Auto warte ich, bis es 20 Uhr wird. Die Abfahrt zur ganzen Stunde erleichtert die Berechnung der Reisezeit beträchtlich. Ich verkneife es mir, zu schummeln und fahre tatsächlich um 20 Uhr aus der Garage. Auf der Reichsbrücke überquere ich die so genannte Neue Donau und dann die echte Donau. Ein einziger Kilometer im Ganzen, aber so wie die Fahrt über die Reichsbrücke wird die ganze Fahrt quer durch Wien: Was in Wien ein Auto hat und unter 30 ist, das ist an diesem Freitag unterwegs.
   Erst auf der Westautobahn A1 wird der Verkehr schwächer, nur wenig Urlauber in PKWs, viele LKW, wie immer.
   Zügig gehts voran, soweit die Rumpelpiste, zu der wir in Österreich die Autobahn haben verkommen lassen, es zulässt. Der Betonbelag stammt teilweise ja noch aus Hitlers Zeiten. Das merkt man.
   Auf der Gegenfahrbahn ist der Verkehr stärker, anscheinend vorwiegend Deutsche und Holländer auf der Fahrt in den Pfingsturlaub am Neusiedler See südlich Wiens oder gleich nach Ungarn an den Plattensee. Beide sind flach, beide sind salzhaltig, bloß das Leben am Plattensee ist halt billiger. Und Deutsch können die dort auch. Bloß das Gulasch heißt dort Pörkölt.
   Die erste Tagesetappe verläuft sozusagen programmgemäß. Nach knapp 2 Stunden bin ich in Linz, nach 3 Stunden in Passau. Nach 23 Uhr parke ich auf dem Parkplatz der Raststätte Bayerischer Wald. 350 km bin ich gefahren. Ich tue das Gleiche wie die Leute in den Autos neben mir auch. Ich klappe die Lehne um, lege mich auf den Sitz und schlafe sogleich ein.

10.6.2000, Samstag
   Gegen halb 4 Uhr erwache ich. Draußen ist es noch finster, aber leider, ich bin putzmunter. Im Rasthaus einen Espresso getrunken (wo sind die Zeiten, da die deutschen Nachbarn einem nur braun gefärbtes Wasser als Filterkaffe vorsetzten? Vorbei!).
   Während ich um 4 Uhr den Motor starte, stellt der Sprecher im Radio gerade fest, der Bundesminister Schily habe zu irgendwelchen Verhandlungen keinen Kommentar abgegeben - keine Nachrichten sind offenkundig auch Nachrichten. Bei Regensburg wechsle ich von der A4 auf die A6. Auch auf dieser Autobahn keine Spur von Pfingststau. Westlich Heilbronn sehe ich neben der A6 den ersten Wegweiser nach Saarbrücken. Um 1/2 8 Uhr bin ich beim Rasthaus Wattenberg. Vom Parkplatz aus wandere ich in den Ort Hettenleidelheim, denn natürlich habe ich etwas in Wien vergessen, was ich auf die Reise mitnehmen wollte. Ich bekomme es auf Anhieb. Einmal im Ort, gehe ich in den Penny-Markt und wundere mich wieder einmal, dass manche ganz simple Waren aus EU-Ländern in Deutschland "um ein Haus" billiger sind als im EU-Land Österreich. Natürlich ist das nur eine rhetorische Frage, aber ich handle mir nicht gerne die Klage eines österreichischen Oligopols (mit deutschem Geld finanziert) ein, das hinter dem Problem steckt (kartellrechtlich aber ganz undenklich).
   Ein herrlicher Tag, jubelt der Sprecher im Radio zum x-ten Mal. Warm ist es, sogar heiss, aber diesig, Gott sei Dank aber auch windig. Ich habe viel Zeit heute, mache eine lange Wanderung durch die Wälder westlich von Hettenleidelheim.
   Gegen Abend fahre ich zur Raststätte Waldmohr weiter und komme damit dem Ziel Cherbourg weitere 40 km näher. In der Raststätte nehme ich mir ein Zimmer mit Geruch um 80 DM im Motel inmitten eines Schotterhaufens hinter der Raststätte. Der Andrang der Gäste hält sich in Grenzen: in der Nacht erhält mein einsames Auto gerade 3 Gefährten. Trotz oder wegen der Fernbedienung um 50 DM Kaution funktioniert der Fernseher nicht. Laut Aushang im Zimmer ist das Leitungswasser ganz prächtig, aber leider rostig. Was will ein Mensch für DM 80?
   Die gastliche Raststätte selbst ist weitgehend menschenleer, die Rindsroulade genießbar, die Tunke von Maggi, scheint es, die Kartoffeln werden geschält serviert und sind gar, die Petersilie (es heißt: Petersilienkartoffeln) ist gefriergetrocknet, mit der Hand dem Glas entnommen und auf die Kartoffeln aufgestreut. Köstlich schmeckt das Ganze für DM 15. Im Ernst! Erklärt das die Menschenleere?

Sonntag, 11. Juni 2000
   Nach 3 Uhr morgens bin ich munter, geschneuzt und gekämmt und mit Espresso um DM 4 gestärkt, fahre ich um 4,30 Uhr los.
   Um 5 Uhr bin ich schon in Frankreich. Dank Schengener Übereinkommen gibt es keine Grenzkontrolle. Kontrollen finden nur mehr an den Außengrenzen des Schengener Raums statt, in Österreich also an der Ostgrenze zu Tschechien, der Slowakei und zu Ungarn. Dafür verwenden wir das Bundesheer, das Afghanen, Tamilen, Chinesen etc. (manchmal) beim illegalen Grenzübertritt fängt und wieder in das entsprechende Nachbarland zurückschickt. Dort versuchen es die Afghanen etc. dann noch einmal (selten wird jemand 2x beim illegalen Grenzübertritt erwischt! Warum wohl, geehrter Leser, geehrte Leserin?).
   Ich fahre langsam, die Landschaft ist nebelverhangen. Vor Paris bricht die Sonne durch die Wolken, die Fahrt über die Route Peripherique nütze ich zum Sightseeing. Laut Hinweistafel ist der Verkehr "fluide", was sogar ich verstehe und das stimmt auch. Am Pfingstsonntag um 1/2 9 Uhr haben die Pariser anderes zu tun als mit dem Auto in der Gegend herumzufahren. Porte de Bercy bis Porte d' Auteuil 8 Minuten, kündet die Anzeige am Strassenrand und das heißt Tempo 90. Klaglos finde ich die Ausfahrt zur A13 Richtung Rouen auf der Innenseite der Fahrbahn. Auf dieser Autobahn herrscht dann Kolonnenverkehr bei Tempo 130.
   Bei der Abzweigung (links und rechts) nach Rouen bleibe ich schön in der Mitte und fahre bis Caen. Dort findet sich eine weitere Route Peripherique, auf der ich weit außerhalb der Stadt um sie herumfahre. Caen ist im 2. Weltkrieg von den Amerikanern mit Bombenteppichen dem Boden gleich gemacht worden, damit es vom Joch der Nazis befreit werden konnte. In Vietnam wurde dieses System dann perfektioniert. Die Folgen sieht man noch heute, in Caen und in Vietnam. Daher gibt es in Caen nichts zu sehen außer langweiligen Neubauten. Dann der Wegweiser nach Cherbourg, schließlich der erste Hinweis auf Bayeux (bekannt vom Wandbehang).
   In Bayeux suche und finde ich das scheinbar gästelose Novotel. Keine Quartierprobleme gibt es trotz Pfingsten.
   Das Wetter würden Meteorologen als wechselnd bewölkt beschreiben: zur Stadtbesichtigung reicht es leicht. Bayeux ist ein schönes Städtchen, gut erhalten und für mich, der ich ja Frankreich nur von der Autobahn aus kenne, immer wieder der Urtyp einer französischen Landstadt. Da ich geduldig bin, warte ich jeweils die 2 Minuten ab, in denen die Sonne scheint und fotografiere in diesen 2 Minuten. Danach suche ich mir mein nächstes Motiv und warte ....
   Auf die Art mache ich lauter Fotos bei Sonnenschein und höre schon die Bekannten in Wien sagen, ach, was hast Du in Bayeux für schönes Wetter gehabt. Das sagen aber nur die Bekannten, die diesen Bericht nicht gelesen haben.
   Danach wandere ich zum "Museum Memorial de la Battaille de Normandie" an der Umfahrungsstrasse. Dieses Museum ist mit seiner Sammlung einschlägiger Waffen und Uniformen, Zeitungsartikel und Fotos recht eindrucksvoll, aber leider auch recht einseitig. Tote Boches sieht man zuhauf und merkt, dass die deutschen Soldaten ab 1944 auch an der Westfront wenig Chancen hatten. Tote Amerikaner, Engländer, Kanadier etc. sieht man auf den Fotos keine: auch in den zeitgenössischen englischen und amerikanischen Zeitungsberichten sind sie nicht erwähnt. Dass die Invasion und die anschließende sechs Wochen dauernde Schlacht um die Normandie aber kein reines Honiglecken für die Alliierten war, merkt man spätestens, wenn man die vielen kleinen Soldatenfriedhöfe der Engländer sieht (in Bayeux ein Stück weiter an der Umfahrungsstrasse gibt es einen) oder den zentralen, großen der Amerikaner westlich von Bayeux an der Strasse nach Cherbourg, oberhalb des Omaha-Strandes, wo am 6. Juni 1944 amerikanische Einheiten landeten. Einige Kilometer weiter nach Westen, in La Cambe, findet sich südlich der Strasse der zentrale deutsche Friedhof. Der wirkt nur deshalb kleiner, weil dort meist drei Gefallene übereinander eingegraben sind. Allein 1400 Flugzeuge haben die Alliierten in den 6 Wochen der Schlacht verloren, wie viele Piloten? Viele, nach den Bildern der Überreste abgeschossener Flugzeuge zu schließen.
   Schade ist's um jeden einzelnen Gefallenen, gleich, welcher Nation. Jeder hatte eine Mutter und einen Vater und manche auch schon Frau und Kinder und jeder Einzelne wurde durch seinen Heldentod aus seinem Leben gerissen. Leider, den Gestaltern der Schau im Museum in Bayeux ist dieser Gedanke nicht gekommen, sonst sähe die Ausstellung wohl ein wenig anders aus und wäre weniger, wie es auf Englisch heißt, triumphalistic.
   Aus der Vergangenheit kehre ich sozusagen in die Gegenwart zurück: das Wetter bessert sich am Abend, sonnige Abschnitte werden häufiger und länger und in einem ganz guten Restaurant in der Fussgängerzone esse ich mein Nachtmahl. Den restlichen Abend verbringe ich damit, durch Bayeux zu wandern.

Montag, 12. Juni 2000
 
  Der Wetterbericht stimmt - leider. Um 5 Uhr ein winziges kleines Wölkchen im Westen am sonst klaren Himmel, um 7 Uhr ist es trübe und regnerisch.
   Das Frühstücksbuffet ist sein Geld nicht wert und an den Kaffee in Frankreich werde ich mich nicht gewöhnen. Um 7 Uhr ist der Speisesaal schon voll. Autobusreisende stehen zeitig auf.
   Nach letztem Rundgang durchs gleichsam schlafende Bayeux lange ich nach 9 Uhr auf dem zentralen Gefallenenfriedhof der Amerikaner oberhalb des Omaha-Strandes ein. Dort haben sich am Invasionstag mehr als 2 Divisionen die steile Böschung des Ufers hinaufgekämpft. Wer das überlebt hat, redet heute noch von seinen damaligen Leistungen, jedes Jahr bei den traditionellen Veteranentreffen. Die anderen liegen auf dem Friedhof und schweigen.
   Etliche Kilometer weiter gibt es bei La Cambe das deutsche Gegenstück zu besichtigen. Die Anfahrt ist gut beschildert, von der Route National sieht man nur das kleine Museum vor dem Friedhof. Dort ist zusammengetragen, was die deutschen Gefallenen bei sich hatten: nichts von Wert natürlich, keine Uhren, keine Kameras, die verschwinden als Allererstes. Briefe gibt es zu sehen, letzte Briefe sozusagen, nicht mehr abgeschickt, voll von Todesängsten.
   Bei Nieselregen fahre ich sodann bis Cherbourg weiter, stelle das Auto auf dem Parkplatz des Carrefour am Hafenbecken ab. Bei trübem Wetter mache ich einen Spaziergang durch die kleine Altstadt. Im äußeren Hafen sehe ich schon das große Schiff der Irish Ferries. Angekommen ist sie also, die Fähre, ob sie pünktlich ablegen wird, das muß sich erst noch zeigen.
   Zum Parkplatz zurückgekehrt, sehe ich beim Mittagessen in der Cafeteria des Kaufhauses, daß sich die Wolkendecke auflöst. Also mache ich den gleichen Spaziergang nochmals, fotografiere dieselben Motive ein zweites Mal, diesmal bei Sonnenschein, wie es sich gehört. Ein Herr redet mich an, will ein paar Francs von mir, interpretiere ich seine Rede. Ich biete 20 Francs und verlange "trois photos". Er ist verdattert. Ein Bettler, der eine Gegenleistung erbringen soll? Immerhin hält er mir sein Gesicht hin, ich mache tatsächlich nur 3 Fotos von dem unrasierten Charakterkopf und überreiche den passenden Geldschein. Auf diese Weise sind wir beide befriedigt. Ein deutscher Tourist lässt seine Frau kurz stehen und nützt die Gelegenheit, gratis einen Vagabunden zu fotografieren. Mich wird er ja wohl nicht fotografiert haben, hoffe ich.
   Um 4 Uhr fahre ich den halben Kilometer zum Hafen. Warten heißt es auf dem Parkplatz und am Hafen, da warte ich lieber am Hafen und schaue mir meine Mitreisenden an, die gleich mir auf die Einfahrt in den Schiffsbauch warten. Zwei Autos mit österreichischen Kennzeichen, ansonsten viele Deutsche, Holländer und Belgier. Und viele irische Ehepaare mit jeweils einem ganzen Haufen Kindern und neuen Autos. An irischen Kennzeichen sieht man das Jahr der Erstzulassung des Wagens. Viele Minivans sind dabei, deren Kennzeichen mit 98, 99 oder 00 beginnen. Der keltische Tiger brüllt bekanntlich gewaltig in den letzten Jahren und das merkt man.
   Gegen 5 Uhr beginnt die Einschiffung. Ich weiß, worauf es ankommt und habe nach schmerzlichen Erfahrungen in vergangenen Jahren meine Siebensachen griffbereit, die ich in die Kabine mitnehmen will. Die Franzosen hinter mir nicht. Statt dessen wedeln sie entgeistert mit den Händen, als die Heckklappe ihres Autos durch den knapp geparkten Kleinbus hinter ihnen blockiert wird.
   Sogar die auf dem Ticket aufgedruckte Kabinennummer stimmt, jedenfalls streitet keiner mit mir um die Kabine. Damit hat auch die Buchung der Passage übers Internet funktioniert und - Wunder über Wunder - ich habe automatisch die Altenprämie erhalten (>55 = -20%). Ich hoffe sehr, in den vergangenen Jahren gab es sie noch nicht, sonst müsste ich noch nachträglich dem Herrn im Reisebüro in Wien an die Gurgel fahren. Wer wenig weiß, schläft ruhig, sagt ein Sprichwort und die katholische Kirche sagt es so ähnlich: Selig die Armen im Geiste .....
   Ein ganz anderes Sprichwort sagt, wer eine Seefahrt macht, wird hungrig. Kaum hat die Normandy den Hafen verlassen, gehe ich ins Burren Buffet essen. Wie wahr doch dieses Sprichwort ist, zeigt deutlich die lange Schlange Hungriger, die sich nur langsam weiterschiebt. Ich stehe nicht gern Schlange, vor allem nicht, wenn ich hungrig bin. Ich bediene mich am Anfang des Buffets, das heißt, am Ende der Schlange, nehme mir je einen Klacks Thunfisch-, Kraut- und Currysalat und gehe gleich zur Kassiererin vor. So ein Menu ist bei Irish Ferries nicht vorgesehen, die Bedienung rechnet eine Portion Pommes Frites zu IRP 1,50 und für das Cola IRP 1,0. Für das wenige Geld erhalte ich ein mehr als magenfüllendes Abendessen. Satt, wenn auch nicht ganz glücklich mit den von mir gewählten Speisen kaufe ich im ehemaligen Duty-Free-Shop ein. Früher waren die Waren ja vielleicht duty free zu kaufen, billiger waren sie aber nicht. In der Kabine merke ich, dass mir die Kassiererin statt einer Pfundmünze eine gleich große Blechscheibe angedreht hat. Zu spät zum Reklamieren - und außerdem selber schuld.

Dienstag, 13. Juni 2000
   Die Nacht vergeht ereignislos, wir gehen nicht unter, wackeln aber hin und her, was den Andrang beim Frühstücksbuffet beträchtlich mindert. Dafür erschwert das Wackeln aber die Arbeit der Putzfrauen und -männer, unter anderem deshalb, weil zwei ebenfalls wackelnde Landratten ihre Tabletts mit Eierspeise, Würstchen etc. auf den Boden werfen, ehe sie dann selbst auf die Bescherung fallen. Daher muß der Boden gereinigt werden. Die Landratten dürfen sich selbst reinigen, auch Serviceleistungen haben eine Grenze.
   Ich selbst gehe anschließend nochmals einkaufen. Ich kaufe mir ein Eau de Toilette, Amarige von Givenchy, weil die Packung so schön ist. Bei der Benützung werde ich mich drei Wochen lang fragen, ob das ein Parfum für Männer oder eher doch für Frauen ist. Wie auch immer, es riecht gut. In meiner Jugend war das noch einfacher, da gab es Pitralon oder Pitrell als Rasierwasser, das war's dann.
   Nach 11 Uhr legen wir, etwas verspätet, in Rosslare Harbour an. Die Anreise habe ich - ohne besondere Vorkommnisse - überstanden.
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Zuletzt geändert: 26. Juli 2007
© Peter Lausch |  2000