Hinweis  │  Anreise  │  St. Malo  │  Langueux  │  Perros-Guirec  │  Trégastel  │ 

St. Pol  │  Btrest  │  Pont-Aven  │  Quimper  │  Carnac 

Locronan  │  Pointe du Raz  │Rückreise

 

Anreise
15. – 16.5.2001

   Um 06,00 Uhr an diesem Dienstag überquere ich auf der Reichsbrücke in Wien die Donau. Die Reise in die Bretagne hat begonnen. So etwa 1700 Kilometer liegen vor mir.
   Nach zwei Stunden bin ich in Linz, verlasse die Autobahn A1 mit ihren holprigen Betonplatten, die mich immer an den Autoput in Jugoslawien erinnert. Gegen 09.00 fahre ich über die deutsche Grenze ohne Anhalten und ohne Verzögerung – Schengener Abkommen. Um 9,45 Uhr zwinge ich mich zu einer kurzen Pause im Rasthaus Bayerischer Wald. Kaffee trinke ich, die Süddeutsche Zeitung möchte ich mir kaufen. Hamma nicht, heißt es, Bild ist da. Mag sein, aber Bild mag wieder ich nicht. Also keine Zeitung.
   Damit ich nicht zu lange ununterbrochen fahre, mache ich im Rasthaus Jura eine weitere Pause, wo ich auch tanke.
   Was hilft es, wenn ich einmal im Fahren bin, dann fahre ich. Viel Verkehr, vor allem viele LKW sind unterwegs, aber kein Stau. Das Wetter ist ein wenig diesig, kühl, aber angenehm zum Fahren. Um 14 Uhr bin ich bei der Raststelle in Wattenheim. Dort leiste ich mir traditionell einen kleinen Ausflug ins Umland. 2 Kilometer weit, maximal, aber immerhin zwei Kreisverkehre, und ich komme nach Hettenleidelheim mit einem Supermarkt, wo ich mir noch einige Dinge kaufe, die ich in Wien vergessen habe.
   Zurück an der Tankstelle komme ich auch zu keiner Süddeutschen Zeitung, die gibt es hierzulande nicht, dafür erstehe ich die Frankfurter Allgemeine. Auch nicht schlecht. Im Vergleich mit dem, was wir so in Österreich haben, qualitätsvoll. Obgleich, die Zeitung ist zwar dick und schwer, lässt man freilich den Inseratenteil weg, bleibt nicht mehr so viel übrig. Kaum ist man über der Grenze, erscheint Österreich in seiner wahren Bedeutung: es kommt nicht vor.
   An sich will ich nicht mehr weiterfahren, die 760 Kilometer seit Wien sind mir an sich genug, aber das Wetter ist diesig, der Parkplatz unbequem, das Motel, ich weiß es von früheren Jahren, bei Gott nicht mein Geschmack.
   So fahre ich 60 Kilometer zur nächsten Raststelle Richtung Saarbrücken weiter: Waldmohr, in den letzten ein oder zwei Jahren neu gebaut. Ist Wattenheim gut besucht, ist der Parkplatz in Waldmohr beinahe leer, die Gaststätte neben der Tankstelle ebenfalls. Als ich vor 18.00 Uhr eintreffe, sitzen einige müde dreinblickende LKW-Fahrer vor dem Fernseher und trinken schweigsam Bier, jeder für sich. Ein Autobus französischer Schüler ist auch da, die sind durchaus nicht schweigsam, aber trinken auch kein Bier. Ich quartiere mich widerstrebend im Motel, ein wenig abseits von der Tankstelle ein. Voriges Jahr war das Wasser, laut Aushang im Zimmer, trinkbar, aber rostig. Heuer ist es entweder nicht mehr rostig, oder das Schild ist abgenommen worden – schreckte ja die Gäste!
   Am Abend kommt die Sonne durch die Wolken. Ich mache einen Spaziergang entlang der Zufahrtsstraße zur Raststätte, aber außer, dass ich durch einen mit Unrat übersäten Wald durchwandere, komme ich nirgends hin. Ich sehe Wegweiser ohne Entfernungsangaben; die Namen der Ortschaften sagen mir – naturgemäß – nichts. So kehre ich in mein Zimmer zurück und benütze die Fernbedienung des Fernsehers (Einsatz: DM 50.- für die Fernbedienung), finde aber nichts, was mich interessiert. Ein letztes Mineralwasser im Rasthaus, das war´s dann für heute.

Wollen Sie weiter lesen? Klicken Sie!

©  Peter Lausch
Zuletzt geändert am 18.1.2009