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NIKON-STORY

LEICA-STORY

IRLAND
2003

 

 

 

Nikon F Photomic T
(Der Photomic T Sucher zur Nikon F)

Ab 1965, beginnend mit Kamera Nr. 6 700 001, lieferte Nikon die ersten Nikon F's mit einem TTL-Belichtungsmesseraufsatz aus. Dieses etwas klobige Bauteil enthielt das Sucherprisma, den elektrischen Belichtungsmesser und 2 Quecksilberbatterien PX-13 mit je 1,3 V Spannung. Der Photomic T ermöglichte erstmals bei der Nikon F die Innenmessung bei offener Blende, was damals bei weitem noch nicht bei allen Konkurrenzprodukten der Fall war. Die Belichtung wurde auf der ganzen Mattscheibe gemessen (Ganzfeldmessung), eine mittenbetonte Messung wie bei den Nachfolgemodellen oder gar die heute übliche Matrixmessung gab es noch nicht. Dafür war der Belichtungsmesser für die damalige Zeit recht empfindlich, sein Messbereich reichte von Lichtwert 2 - 17, das entspricht bei ISO 100 einem Bereich von 1/2 Sekunde bei Bl. 1,4 - 1/1000 Sekunde bei Bl. 11, wenn ein Nikkor-S 1,4/50 verwendet wurde.

Der Photomic T war ein - rückblickend betrachtet - wichtiger Fortschritt. Nicht nur war damit die TTL-Belichtungsmessung möglich, was eine genauere Belichtung zuließ, auch und vor allem, wenn die Kamera mit Zwischenringen oder Balgengerät verwendet wurde - konnten doch automatisch die Verlängerungsfaktoren berücksichtigt und damit eine genaue Belichtung derartiger Aufnahmen sichergestellt  werden. Bis dahin war es notwendig gewesen, Verlängerungsfaktoren manuell zu berücksichtigen, der Aufsatz nahm diese Arbeit ab. Darüber hinaus war bei allen Aufnahmen, bei denen das Objektiv an der Kamera verwendet wurde, dank des von Anfang an an den Objektiven mit Springblende angebrachten Blendenmitnehmers die Belichtungsmessung bei offener Blende möglich.

Ausgenommen hievon waren Aufnahmen mit Zwischenringen, Balgengerät und überhaupt alle Aufnahmen, wo, wie etwa bei Mikroskopaufnahmen, ohne an die Kamera angesetztes Objektiv gearbeitet wurde. Da wurde es dann kompliziert: zwar wurden die Verlängerungsfaktoren berücksichtigt, aber es musste

  • der ASA-Wert auf der Skala auf der Oberseite des Zeitenknopfes auf den roten Punkt (für Blende 1,2) der Skala direkt unterhalb gedreht werden,
  • der Blendenmitnehmer auf der Vorderseite des Photomic T manuell ganz nach rechts geschoben
  • und die Belichtung bei Arbeitsblende gemessen werden.

Nach heutigen Begriffen war die Benützung des Photomic T auch sonst nicht wirklich bequem, aber damals war man Besseres nicht gewohnt und daher zufrieden. So musste die Empfindlichkeit des eingelegten Films manuell mit dem Index für die größten Blende auf dem Drehknopf abgeglichen werden. In der unteren Abbildung sehen Sie die korrekte Einstellung, wenn ein ISO 100 Film mit dem Nikkor-S 1,4/50 verwendet wird.

Mit dem kleinen seitlichen Druckknopf vorne wurde der Belichtungsmesser eingeschaltet, wobei der Knopf auf der Oberseite angehoben wurde (er musste nach der Messung niedergedrückt werden, um den Belichtungsmesser wieder auszuschalten, die heute übliche automatische Abschaltung des Mess-Systems war 1965 noch nicht erfunden). Bei der Messung wurde an Blenden- oder Zeitenskala so lange gedreht, bis die Messnadel (sichtbar im kleinen Kästchen an der Oberseite des Aufsatzes und beim Blick auf die Mattscheibe) sich auf eine Kreismarke einpendelte. Damit war - sofern der bildwichtige Teil des Motivs angemessen wurde - die richtige Belichtung eingestellt.

Der Photomic T wies zwei systemimmanente Mängel auf:

  • Wurde ein Objektiv mit einer anderen Lichtstärke angesetzt, z. B. ein Nikkor-Q 3,5/135 musste die Filmempfindlichkeit an die max. Blende, im Beispiel: 3,5, angepasst werden. Wurde diese Anpassung in der Eile vergessen, waren mehr oder minder falsch belichtete Aufnahmen die Folge.
  • War der bildwichtige Teil des Motivs (etwa bei einem Porträt) deutlich heller oder dunkler, musste die gemessene Belichtung manuell korrigiert werden, um eine Über- oder Unterbelichtung des Gesichts zu vermeiden. Das war eine unvermeidbare Folge der Ganzfeldmessung.

Normalerweise wurde der Photomic T mit dem Kameragehäuse gemeinsam angeboten, die Kamera in dieser Ausführung wurde daher von Nikon als <Nikon F Photomic T> bezeichnet. Der Photomic T konnte aber auch als Zusatzsucher separat gekauft und an Stelle des <normalen> Prismen- oder des Lichtschachtsuchers benützt werden. Das war problemlos möglich, außer bei den früheren Kameras unter Nr. 6 700 001; sofern diese Anpassung nicht ohnehin schon von Nikon im Werk vorgenommen worden war, musste die nächst gelegene Nikon-Vertretung für einen nominellen Betrag zwei Stege im Gehäuse oberhalb der Mattscheibe ein wenig abschleifen, damit der Photomic T einwandfrei passte.

Leider ist nämlich Nikon auch in den ersten Produktionsjahren der Nikon F der Tradition bei den Sucherkameras treu geblieben, Deckplatten etc. auf Vorrat zu erzeugen und mit der Zeit aufzubrauchen. Es gibt daher auch Nikon F Photomic T mit niedrigerer Nummer, bei denen, weil - unter der Verwendung der <alten> Deckplatte später hergestellt - die Halterung bereits modifiziert worden ist, ebenso wie es ältere Nikon F gibt, bei denen bei Reparaturen die Halterung unter einem geändert wurde.

Die Nikon F Photomic Tn

Lieferbar war dieser erste Photomic mit <mittenbetonter> Messung von April 1967 bis Mitte 1968. Wichtigster Unterschied: Das Mattscheibenzentrum (der zentrale Mikroprismenring samt Schnittbildentfernungsmesser) mit einem Durchmesser von 12 mm wurde mit 60%, das Umfeld mit 40% berücksichtigt. Ordnet man bei der Messung den bildwichtigen Teil einer Aufnahme im Zentrum an, wird in sehr vielen Fällen auch bei großen Helligkeitsunterschieden eine gleichsam automatische Berücksichtigung dieser Helligkeitsunterschiede erreicht. Falls gewünscht, lässt sich danach das Motiv für die eigentliche Aufnahme immer noch anderswo plazieren als in der Bildmitte, auf die gemessen wurde.

Äußerlich erkennbar ist der Photomic Tn an einem Batterietestknopf an der Oberseite vor dem Druckknopf für die Ausschaltung des Mess-Systems und an einem kleinen N unmittelbar hinter diesem Knopf (für: New).

Die mittenbetonte Messung blieb bei Nikon der Standard der Belichtungsmessung bis 1983, als mit der Nikon FA erstmals die Belichtungsmessung mit mehreren Messfeldern vorgestellt wurde (die heutige Matrixmessung). 


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Zuletzt bearbeitet: 21. März 2004

© 2004 Peter Lausch
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