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Mamore Cottages  
(Samstag, 24. Juni 2000)

      
   Gleichsam als Belohnung für die Übernahme der Hausherrenrolle sehe ich am Morgen das Tal in Sonnenschein getaucht. Nur mein Cottage liegt noch im Schatten des Berges, der hinter dem Haus aufsteigt und sicherlich einen schönen langen Namen hat, den ich nicht weiß. Daher bleibe ich in meinem Cottage beim Kaminfeuer sitzen, lege mehrmals einen Brocken Torf vom großen Haufen hinter den Cottages nach, lese den Reiseführer und wälze Pläne für den weiteren Verlauf der Reise.
   Gegen Mittag bescheint die Sonne nicht nur das ganze übrige Tal sowie die umliegenden Berghänge, sondern auch die Mamore Cottages und ich überlasse das Feuer sich selbst und setze mich vor das Haus in die Sonne. Kurzzeitig verwandle ich mich in ein Fotomodell oder eher in die Staffage, als einem Mietwagen deutsche Urlauber entsteigen und die ach so hübschen Cottages (und mich) fotografieren. Ich fürchte allerdings, mehr als meine Gegenwart schätzen sie mein rotes Auto, das den richtigen Farbkontrast zu den weißgekalkten Hauswänden und dem grünen Berghang hinter dem Haus ergibt. Lautet nicht eine der Grundregeln der Buntfotografie, dass auf jedem Landschaftsbild auch was Rotes vorkommen soll und sind nicht deshalb bei vielen ernsthaften Fotografen Frauen, Freundinnen, Kinder in roten Kleidern so beliebt, weil man sie rein zufällig an passender Stelle positionieren kann? Und hat schon die Gattin kein rotes Kleid an (die beiden Buben leider auch nicht), so genügt dann halt das rote Auto des Österreichers.
   Am Nachmittag ist noch immer keine Wolke am Himmel zu erblicken, auch keine kleine, und ich mache einen Ausflug zum nächstgelegenen Strand, von dem ich über den Lough hinweg auf Fort Dunree blicke und in der Ferne Portsalon im Dunst sehe.
   Der Abend verläuft beschaulich, bloß der Eigentümer erscheint und wundert sich über den Rauch aus dem Schornstein. Kommentarlos beäugt er das Feuer im Kamin und zeigt mir anschließend, wie einfach ich den elektrischen Heizlüfter einschalten kann, falls mir kalt werden sollte. Dass dieser keine Asche und auch keinen Geruch nach Torffeuer erzeugt, sagt er nicht. Ich lege Torfbrocken in den Kamin, damit das Feuer nicht ausgeht, sobald er gegangen ist.

 

 

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Zuletzt geändert: 26. Juli 2007
© Peter Lausch |  2000