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Letterkenny - Portsalon
(Donnerstag, 22. Juni 2000)

    Von Letterkenny aus geht es am Morgen neuerlich an der Killydonnell Friary vorbei (nichts geht über sorgfältige Urlaubsplanung, sie erspart bedeutende Umwege) und über Ramelton mit seinem unbenutzten Hafen nach Milford weiter, wo ich aber nicht anhalte (Milford ist, mit Verlaub, ein Nest). Auf Nebenstraßen fahre ich hinter einem LKW her, dessen Lenker so wie ich nach Portsalon will,wie sich zeigt.
   Portsalon ist so verschlafen, wie ich es schon vom vorigen Jahr kenne. Nur die wilde Bautätigkeit hält noch immer an, ein Reihenhaus für Sommergäste neben dem anderen entsteht. Sie sind allesamt so nahe aneinander und bieten ebenso wenig Privatsphäre wie Aussicht auf die Ballymastoker Bay. Ich frage mich, wer da wohl die - unglücklichen - Käufer sein werden. Dabei hat Portsalon eine Menge Vorzüge: Stille, eine schöne Landschaft, und vor allem: einen wunderschönen Strand, die meilenweite Ballymastoker Bay. Ich kenne wenig Strände, die diesem gleichkommen. 
   Als erstes erledige ich die Quartiersuche, die ganz einfach ist. Ich könnte in das Gästehaus neben der Kirche einziehen, ich könnte auch wieder, wie voriges Jahr, in einer eher seltsamen Unterkunft am kleinen Hafen zu nächtigen suchen. Aber Abwechslung soll sein und ich quartiere mich in einem etwas abgelegenen Gästehaus ein. Auf der Suche nach Quartier im Internet bin ich auch auf ein anderes gestoßen, aber da ist mir schon die Internetseite ein wenig zu viel und die Mischung aus New Age und seltsamem Hintergrund auch. Aber Ihnen gefällt es dort vielleicht - ich habe es nicht probiert und rede daher nur auf Grund des Auftritts im Internet.
   Was macht man in Portsalon? Man kann Golf spielen. Das tue ich nicht. Aus diesem Grunde kann ich nur eines: beschaulich den meilenweiten Strand entlang wandern, nachdem ich mit nassen Füssen einen Bach durchquert habe statt überquert (mit trockenen Füßen).
   Gegen Abend setzt die Flut ein und sie überschwemmt den halben Strand, was daran erinnert, dass der so genannte Lough Swilly, der fast bis Letterkenny reicht, kein See, sondern eine Meeresbucht ist. War es schon am Nachmittag geradezu ruhig in Portsalon, wird es am Abend nicht gerade totenstill, aber es wird wirklich gewaltig ruhig. Nichts ist zu hören außer dem Rauschen der Wellen am Strand, dem Kreischen der Möwen. In meinem Zimmer weit weg vom Strand höre ich beides nicht mehr, dafür aber das Rauschen des Windes und spüre ihn auch dank undichtem Fenster.
   Ich bleibe lange auf; ich habe das Buch ´tis von Frank McCourt zu lesen angefangen und höre nicht auf, ehe ich es fertig gelesen habe. So gut wie seine Erinnerungen an die Kindheit in ärmlichen Verhältnissen in Limerick ist die Fortsetzung nicht; sie handelt von seinen Erlebnissen in New York nach seiner Auswanderung aus Irland. Dennoch, der Mann kann erzählen.

 

 

 

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Zuletzt geändert: 26. Juli 2007
© Peter Lausch |  2000