Montag, 6. Juni 2004

 

 Zeitlich erwache ich - im Auto schlafen, ist doch nicht so angenehm wie in einem Hotelbett, aber ich habe mich dazu ja freiwillig entschieden. Das Frühstück ist schnell bereitet, kalter Kaffee und eine Banane.

Das Wetter ist durchwachsen, wie man so schön sagt, aber wenigstens regnet es nicht.

Ich fahre von Portumna nach Westen, bis Ballinasloe, bekannt durch seinen Pferdemarkt, der aber nur einmal jährlich stattfindet, und das ist nicht heute. In Wahrheit bleibt mir nichts von dem Ort in Erinnerung als die Tatsache, dass ich dort gewesen bin, denn dort biege ich auf die R352 nach Süden ab, entlang des Lough Derg. Klingt schön, ist es aber nicht, den vom See sehe ich erst wieder etwas, als ich bei Mountshannon auf einem Parkplatz halte. Wasser halt und jenseits des Sees ein Ufer, das im Dunst verschwimmt. Erhebend.

In Tuamgraney biege ich - immer noch auf der R352 - nach Westen ab und gelange schließlich nach einer mir lange scheinenden Fahrt duch hügeliges Gelände nach Ennis.

Zu Ennis habe ich eine subjektive Einstellung: Verkehrsstau. Ich bin daher nie ins Stadtzentrum gefahren, sondern, als der Stau sich endlich auflöste, immer gleich weiter. Diesmal ist der Stau gering, erst bei der Einmündung in die N18, der ich bis Limerick folge. Beim Woodfield House Hotel biege ich ein, und bekomme ein Zimmer auf die Vorderseite. Klingt schön, doch die Vorderseite geht auf die stark befahrene Ennis Road und das Zimmer ist über der Bar. Bis in die Nacht hinein werde ich die Zecher lärmen hören. Ausgezeichnet ist mein Zimmer durch einen riesigen Schimmelfleck an der Decke und durch mehrere Stühle, die nicht zusammengehören - als hätte man man Zimmer als Magazin für alte Möbel benützt. Das Bettzeut ist rein immerhin, wenn auch nicht gebügelt, aber eine Nacht werde ich überstehen, denke ich und so ist es auch.

Das benachbarte Hotel wird umgebaut, zu Ferienappartements für Geldsäcke. Daher kein Besuch in der Bar dort, und keine AmerikanerInnen biblischen Alters, die an der Theke saufen und darauf warten, dass sie fürs Rittermahl in Bunratty Castle abgeholt werden, wie in den Jahren vorher.

Statt dessen ein langer Spaziergang durch die Wohnviertel hinter dem Hotel bis zum Shannonufer hin, nachdem ich die neue Schnellstraße überquert - und überlebt - habe. Die Aussicht ist nicht gerade bemerkenswert, den Ausflug hätte ich mir ersparen können.

Also ein ruhiger Abend in meinem schimmeligen Zimmer.

 

 

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Erstellt am 25. Juni 2004

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