Freitag, 4. Juni 2004

Als ich erwache, ist das Wetter sozusagen nicht viel versprechend. Vielmehr dürfte das Wetter  auch an diesem Tag regnerisch und trübe bleiben.

Ich entschließe mich, nochmals auf die Insel Achill zu fahren. Erstens, denke ich mir, gefällt es mir dort und zweitens hoffe ich direkt an der Westküste auf etwas besseres Wetter.

Zunächst scheint es, als könnte ich mich richtig entschieden haben. Der N19 Richtung Ballina folge ich, beim Wegweiser nach Colooney biege ich nach Süden ab, durchfahre den Ort und komme auf Nebenstraßen zu einer Mullany’s Cross genannten Straßenkreuzung. Dort biege ich R294 ein, die in Ballina in die N19 mündet. Am schön gelegenen Lough Talt halte ich bei einem ehemaligen Pub samt Parkplatz, schaue Touristen aus Frankreich zu, wie sie sich als Fischer verkleiden – da sie aber allzu lange brauchen, warte ich nicht, ob und was sie fangen werden, sondern fahre nach Ballina weiter. Dort indessen regnet es. So halte ich erst gar nicht an und fahre in südlicher Richtung den landschaftlich sehr schön gelegenen Lough Conn entlang, dann an dessen Südufer bis Lavally, wo ich nach Newport abbiege. Von dort geht es weiter nach Mulranny, Achill und dann bis Keel. Nicht zu vergleichen ist diese Fahrt mit der vom Sonntag..

Es regnet auf der ganzen Strecke, in Achill fällt Nebel ein und als ich in Keel ankomme, regnet es zwar nicht, doch ist so nebelig, dass ich auf dem Campingplatz, auf dem ich mich niederlasse, den nahen Strand zwar hören, aber nicht sehen kann. Als das Rauschen der Wellen am späten Nachmittag stärker wird, gehe ich durch den Nebel bis zum Strand vor: dort sehe ich aber auch nichts außer die weit auf den Strand herauflaufenden Wellen mit ihren Schaumkronen, denn die Flut hat eingesetzt. Ist kein sehr erhebender Eindruck. Deshalb wandere ich zu einem Pub Minaun View, dessen Namen ich heute nicht nachvollziehen kann und dessen einziger Gast ich bin und bleibe. Daran ändert auch ein weiterer Spaziergang nichts, denn auch die zweite Tasse Kaffee trinke ich in Gesellschaft eines Radios, das Mädchen hinter der Theke hat sich unverzüglich in die Küche zurückgezogen, dort steht ein Fernseher, wie ich beim Betreten des Lokals gesehen habe.

So wird auch dies ein recht ruhiger Abend.

Wie sich zeigt, wird dies der einzige Tag auf meiner Reise mit wirklich schlechtem Wetter bleiben. Insofern habe ich mich mit dem Ausflug nach Keel natürlich verspekuliert: mir scheint, man sollte bei Regenwetter möglichst in den Städten bleiben – dort gibt es Museen, Geschäfte, Attraktionen, in denen man trockenen Fußes die Zeit verbringen kann. Denn zumindest in der Preisklasse von Unterkünften, in denen ich übernachte, sind die Zimmer alles in allem nicht so, dass ich darin den ganzen Tag verbringen möchte. Abgesehen davon, man fährt aus anderen Gründen nach Irland, als dann dort mehr oder minder gelangweilt im Zimmer zu sitzen.

 

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Erstellt am 25. Juni 2004

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