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DONNERSTAG, 1. Juni 2006
Von Ballyvaughan fahre ich auf Seitenstraßen durch den Burren und komme schließlich nach Lahinch. Das ist ein recht kleiner Ort, der aus einigen altmodisch wirkenden Hotels besteht und B&Bs mit Fassaden in den üblichen bunten Farben. Der Strand ist sandig und recht hübsch anzusehen. Seit heute gilt an diesem Strand Hundeverbot, was die vielen Hundesbesitzer hart treffen dürfte, die mit ihren Hunden den Strand auf und ab zu wandern pflegen. Herrln und Frauerln regen sich darüber gewaltig auf. Aber natürlich findet sich auch in Irland eine Mutter, die bisher um das Leben ihres plärrenden und die Hunde aufschreckenden Sprösslings angesichts der vielen bösen Untiere gefürchtet hat – es ist so wie überall. Ich bin, zur Vermeidung von Missveständnissen festgehalten, kein Hundehalter. Dennoch scheint mir, das Leben ist voller Gefahren und eine sinnvolle Erziehung muss darauf beruhen, dem Sprössling seine Grenzen aufzuzeigen und nicht, ihn in Watte zu betten. Sonst müsste man schließlich in Venedig die Kanäle zuschütten, denn könnte nicht ein unschuldiges Kind in selbige fallen? Hoffentlich habe ich jetzt keinen schlafenden Drachen, sprich: besorgte Mutter, geweckt, die genau dieses fordert. 10 Minuten genügen mir, das wenige Strandleben zu genießen.
Die Cliffs of Moher selbst sind so schön wie früher. Das Gelände landeinwärts allerdings ist bis 2007 Baustelle, der Weg zum O’Brians Tower wird neu gebaut, das Besucherzentrum auch. Das provisorische Besucherzentrum landeinwärts besteht aus 2 Sanitärcontainern und ca. 20 Containern mit Einheitssouvenirs. Reisender, hast Du eines dieser Giftshops besucht, erspare Dir den Besuch aller anderen, das Warenangebot ist überall gleich, um nicht zu sagen, kitschig. An den Klippen selbst hat man, soweit die Bauarbeiten abgeschlossen sind, senkrechte Granitplatten mit Erdanschüttung errichtet, die wahren Brustwehren aus dem 1. Weltkrieg gleichen. Kinder und klein gewachsene Personen sehen nur die Brustwehr, nicht die Klippen. Zusätzlich hat man den Weg entlang der Klippen ein Stück landeinwärts verlegt, was die Aussicht auf die Klippen dramatisch verschlechtert. Dafür schreitet der Besucher auf Granitstufen dahin. Reisender, die Cliffs of Moher sind sehenswert wie früher, bloß hat man bei der tourismusgerechten Aufwertung des Guten zu viel getan. Und noch etwas: die Klippen zeigen nach Westen. Am schönsten sind sie daher am – späteren – Nachmittag, wenn sie von der Sonne beschienen werden und die Wellen des Atlantik weiße Gischt versprühen – je stärker der Wind, desto schöner anzusehen. Über Fanore fahre ich auf der Küstenstraße mit spektakulären Ausblicken nach Ballyvaughan zurück, parke an der Promenade und esse in Hyland’s Hotel. Am späten Nachmittag fahre ich auf schmalen Straßen nach Carran. Ich will zu den Parknabinnia Portal Tombs fahren, die ich vor 2 Jahren zufällig erreicht habe. Aber damals hatte ich eine ausführliche Wegbeschreibung und eine Landkarte im Maßstab 1:50000, heuer nicht. Folge: ich finde nicht hin. Nach vielen Kurven, Kreuzungen, Abzweigungen erreiche ich schließlich Kilfenora mit seiner im 12. Jahrhundert gebauten <Kathedrale>. Die heißt so, weil Kilfenora Bischofssitz war. Der weiß bemalte Teil wird von der Church of Ireland als Kirche benützt, der Eingang zur Ruine der Kathedrale befindet sich hinter der Kirche. Meiner bescheidenen Meinung nach ist die Kathedrale nicht der Rede wert, doch befinden sich in einem überdachten Teil zwei sehr schöne Hochkreuze, beide trotz Restaurierung recht verwittert.
Bei O’Brien gibt es ab 22.30 Uhr irische Musik zu hören, die Musiker sind so-so. ich bleibe nur kurz und fahre sodann zum Bishops Quarter Beach zum Schlafen
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